Marl

Wie schön ist bitte das Ruhrgebiet?! Diese Reise mit einem Heißluftballon macht sprachlos

Mit dem Heißluftballon übers Revier

Wir sind mit dem Heißluftballon über den Ruhrpott gefahren. Aus der Vogelperspektive zeigt sich, wie schön das Revier ist.

Wir sind mit dem Heißluftballon über den Ruhrpott gefahren. Aus der Vogelperspektive zeigt sich, wie schön das Revier ist.

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  • Was kann es Schöneres geben, als die Heimat aus der Vogelperspektive zu betrachten?
  • Eine Fahrt mit dem Heißluftballon macht es möglich
  • Dieses Erlebnis verändert deine Perspektive auf das Revier

Marl. 30 Jahre musste ich auf diesen Moment warten. 500 Meter über Marl blicke ich kilometerweit über das Ruhrgebiet. Von Gelsenkirchen bis Dortmund.

Euphorie, Glückseligkeit, Demut, Erhabenheit und auch ein wenig Bammel. Diese Mischung aus unterschiedlichsten Emotionen lassen mich wieder zum Kind werden.

Damals habe ich mir zusammen mit meinem Bruder massenweise Hörspiel-Kassetten reingezogen. Der erste Held meiner Kindheit: Benjamin Blümchen.

In meiner Lieblingsfolge schlüpft der sprechende Elefant in die Rolle des Ballonfahrers. Zusammen mit seinem rothaarigen Freund Otto schaukelte Benjamin in einer Badewanne durch die Lüfte. Ein wahnwitziges Abenteuer. Genau das wollte ich auch. Schon immer.

Es hätte die perfekte Geschichte werden können. Doch eines habe ich vor der Fahrt mit dem Heißluftgefährt nicht gewusst: Planbar ist die Reise nicht.

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Mit dem Heißluftballon übers Revier

Wir sind mit dem Heißluftballon über den Ruhrpott gefahren. Aus der Vogelperspektive zeigt sich, wie schön das Revier ist.
Mit dem Heißluftballon übers Revier

Tränen der Vorfreude weichen schleichender Verzweiflung

Anfang Juni frage ich bei „Ballonsport Marl“ an: Wir wollen eine Fahrt mit dem Ballon begleiten. „Kein Problem“, meint Chef Eric Baltussen und schlägt mir nicht irgendeinen Termin vor.

Er nennt den 7. Juli 2017 - den 40. Geburtstag von Benjamin Blümchen! Da kann schon mal das Pipi in die Augen steigen. Doch zum perfekten Termin kommt es nicht. An Benjamins Ehrentag muss die Reise abgesagt werden. „Gewittergefahr“ ist der Grund.

Auch an drei weiteren Terminen fällt die Fahrt ins Wasser. „Regen“. „Zu wenig Wind“. „Zu viel Wind.“ Aber Wind ist doch gut, dachte ich. Am Telefon erklärt mir Kapitän Thomas Leyser allerdings: „Wir können bei dem Wetter kein Risiko eingehen.“ Bei zu starken Böen könne er nicht für die Sicherheit seiner Gäste garantieren.

Die überschäumende Vorfreude weicht langsam einer abwartenden Zurückhaltung. Aus Selbstschutz. Jedes Mal fühlt es sich so an, als wäre ich wieder ein Kind, das davon träumt allein im Süßwarenladen zu stehen. Nur um dann in der Realität aufzuwachen.

Endlich, endlich, endlich!

Doch im fünften Anlauf spricht Thomas Leyser die magischen Worte ins Telefon: „Wir probieren es heute.“ Kurz und knapp. Noch kann ich es kaum glauben. Aber wenige Stunden später treffe ich den Heißluftballon-Kapitän auf dem Startplatz in Marl.

Bevor es losgeht, gibt er mir und den sieben anderen Abenteurern einen überraschenden Einblick in sein Seelenleben: Unser Kapitän, der uns hunderte Meter über das Revier fahren wird, hat Höhenangst! Er deutet auf eine Lampe an einer Hauswand: „Da kriegen mich keine zehn Pferde hoch“, versichert Leyser.

In Ballonkorb in der Luft komme die Angst jedoch nicht auf. Zum Glück. Denn unser Kapitän liebt seinen Job. Seit 19 Jahren fährt Thomas Leyser durch die Lüfte. Wenn er von seiner Arbeit erzählt, gerät er ins Schwärmen: „Man denkt immer, das Ruhrgebiet sei so grau - aber es so unglaublich grün!“

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Wer jedoch gedacht hat, man steigt einfach in den Korb und los geht's in die Luft, der hat sich geschnitten. Jeder muss beim Aufbau des Ballons mithelfen. Das sei ja schließlich Sport.

Doch wenn der Kapitän nach einer halben Stunde durchaus anstrengender Arbeit die Leinen löst, ist all die Arbeit vergessen. Wir steigen. Drei Meter pro Sekunde! Getragen von warmen Luftmassen, die den Ballon ausfüllen. Wenige Augenblicke später betrachten wir die Welt wie in einem Miniaturmuseum.

Plötzlich schwebst du über das Revier, kannst kilometerweit in jede Richtung sehen. Erkennst die Arena auf Schalke und Wasseradern, die sich durch grüne Streifen fräsen.

Wir lassen uns vom Wind treiben. Denn in eine bestimmte Richtung kann der Kapitän nicht steuern. Es geht nur durch die Flamme nach oben oder die Öffnung kleiner Luken im Ballon nach unten.

Dann wird es nahezu philosophisch

Als unser Kapitän 500 Meter in die Tiefe blickt fragt er rhetorisch in die Runde: „Worin liegt bloß der Sinn für all die Konflikte? Warum müssen sich Nachbarn wegen eines Zauns streiten?“

Leyser zeigt auf die weiten Felder und die Wälder. Tatsächlich wirken viele Konflikte hoch oben, da wo die Luft greifbar wird, unnötig. Platzmangel? Unwirklich!

Wir gleiten knapp eine Stunde durch die Luft. Nach Oer-Erkenschwick geht es über den Rhein-Herne-Kanal bis nach Waltrop.

In unserem Rücken der Sonnenuntergang. Oben ist es erstaunlich ruhig. Ein nahezu erhabenes Gefühl.

Nach etwa 75 Minuten schreiten wir zur Landung. Es wird sanfter als angekündigt. Auf einem Feld warten wir auf unsere Verfolger, die uns die ganze Zeit im Blick hatten. Zusammen packen wir den Ballon ein. Noch immer in Trance von dieser atemberaubend schönen Fahrt.

Benjamin und Otto hatten jedenfalls recht: Eine Ballonfahrt, die ist luftig. Eine Ballonfahrt, die ist schön!

Benjamin Blümchen Ballonfahrerlied
Benjamin Blümchen TV

Du möchtest auch in die Luft oder jemandem ein unvergessliches Geschenk machen? Dann kannst du hier ganzjährig Tickets für eine Fahrt mit „Ballonsport Marl“ buchen.

 
 

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