Wie aus Kunststoff meterlange Schläuche entstehen

Hautnah erlebten die Besucher die Produktion von Schläuchen.Foto:Masterflex
Hautnah erlebten die Besucher die Produktion von Schläuchen.Foto:Masterflex
Foto: , Barajas
Bei der Techniknacht Ruhr öffnet das Gelsenkirchener Unternehmen Masterflex Besuchern die Werkshalle

Gelsenkirchen..  Große, kleine, dicke, dünne: Schläuche wohin das Auge reicht. Bei der Techniknacht Ruhr konnten Besucher am Freitagabend von 18 Uhr bis weit nach Mitternacht hinter die Kulissen verschiedener Unternehmen im ganzen Ruhrgebiet blicken. Auch die Masterflex AG an der Willy-Brandt-Allee war mit dabei.

Der Weg zur Produktionshalle ist mit bunten Strahlern beleuchtet, ein roter Teppich zeigt den Weg. Unter dem Motto „Know How“, also wissen wie etwas entsteht, führt Projektmanager Stefan Nüßen durch den Betrieb. Drinnen riecht es nach heißem, schmelzendem Kunststoff. Dies ist der Hauptbestandteil aller hier produzierten Schläuche. „Wir orientieren uns unter anderem am Rohrleitungsbau. Denn Schläuche werden dort gebraucht, wo Rohre nicht verwendbar sind“, sagt Nüßen. In verschiedenen Arbeitsgängen werden aus dem Rohstoff verschiedene Schlauchsysteme, die in der Technik und im Alltag unverzichtbar geworden sind. Normalerweise wird hier in drei Schichten fünf Tage die Woche gearbeitet. Für die Techniknacht wurde eine Extraschicht eingebaut, um dem Publikum die Herstellung der Schläuche anschaulich zu erklären. Zwar verstehen die wenigsten Besucher die Unterschiede der einzelnen Verfahren, trotzdem ist die Faszination groß, denn niemand hätte damit gerechnet, dass es so viele Schläuche für so viele Arbeitsbereiche gibt.

Das Sortiment der Masterflex Kunststoff-Schläuche umfasst 2500 Artikel. Dazu zählen neben 15 verschiedenen Schlaucharten auch die z.T. einzigartigen Verbindungssysteme. „Wir produzieren hier Schläuche von einer Wandstärke von 0,3 Millimeter bis hin zu mehreren Metern“, erklärt Stefan Nüßen. „Wer sind denn Ihre Abnehmer?“, fragt eine Besucherin. Der technische Leiter Hans Jürgen Günzing antwortet: „Von Landmaschinen, die z.B. Saatgut fördern, bis hin zu Staub- und Schüttgütern werden diese Schläuche verwendet. Auch Chemikalien können in vielen Fällen transportiert werden“.

Um herauszufinden, wie Stoffe auf das Schlauchmaterial wirken, gibt es bei Masterflex ein Labor, in dem die Produkte auch auf Verschleiß getestet werden. „Wir müssen die Produktions- und Qualitätsnormen einhalten. Das testen wir“, erklärt Günzing. Beim Rundgang durch die Werkshalle sind Bereiche zu sehen, die mit schwarzen Tüchern abgehängt worden sind. Warum? „Die Konkurrenten schlafen nicht“, sagt Günzing ernst. „Heute waren auch schon ein paar von ihnen hier“.

Das Lager ist die letzte Station. Hier werden die fertigen Rohre ins rechte Licht gerückt. „Wir haben alle Größen auf Lager. Neben Auftragsarbeiten herrscht hier das normale Tagesgeschäft“, erklärt Nüßen. Dem Endverbraucher ist oft nicht klar, woher die Schläuche kommen, denn verkauft wird nur an Firmen. Hans Jürgen Günzing bedauert das sehr: „Dadurch sind wir immer noch unbekannt“.

Für die Besucher ist Masterflex nun kein unbedeutendes Unternehmen mehr. „Wir sind erstaunt, wie interessant Schläuche seien können“, ist die einheitliche Meinung der Gruppe. Zurück geht es wieder über den roten Teppich in die Eingangshalle. Die Führung bei Masteflex ist zwar vorbei, doch die Nacht ist lang und es gibt noch zahlreiche andere Unternehmen, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren.

 
 

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