Weißer Ring: Erster Fall seit 2005

Der Fall von Dennis Reske ist bei Donald Pawellek gelandet. Der Gelsenkirchener Außenstellenleiter vom Weißen Ring ist seit 2005 im Amt – und hat so einen Fall von Schwulenfeindlichkeit vorher nicht erlebt. „Die Dunkelziffer ist höher, klar“, sagt Pawellek. Schließlich würden auch nicht alle anderweitig motivierten Gewalttaten gemeldet. Dennoch: Weil Homosexuelle sich der Gesellschaft immer mehr öffnen würden, so der Mann vom Weißen Ring, reagiere die Gesellschaft gemeinhin entsprechend tolerant. „In Gelsenkirchen ist Homophobie kein Problem.“

Zum Programm des Weißen Rings gehören: persönliche Betreuung nach der Straftat, Hilfestellungen im Umgang mit den Behörden, Erholungsprogramme, ein Hilfescheck für eine anwaltliche Erstberatung, Rechtsschutz, ein Hilfescheck für eine kostenlose psychotraumatologische Erstberatung bei Belastungen in Folge einer Straftat, Begleitung zu Gerichtsterminen sowie die Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen.

Dass der Angriff auf den 22-jährigen Horster schwulenfeindlich motiviert war, steht aus polizeilicher Sicht noch nicht fest. Die Vernehmungen von Opfer und vermeintlichen Tätern steht noch aus. In der Polizeimeldung heißt es: „Im Rahmen einer Fahndung suchten die Polizisten nach Zeugenangaben ein der Nähe befindliches Wohnhaus auf. Dort trafen die Beamten auf einen 15-jährigen Jungen, der der Beschreibung entsprach. Er leugnete jedoch, etwas mit der Körperverletzung zu tun zu haben. Die Ermittlungen dauern an.“ Die Täter werden wie folgt beschrieben: „ca. 13-15 Jahre alt, 160-170 cm groß, 1. Person blonde Haare, grüne Jacke, 2. Person dunkle Haare, Kapuzenjacke. Hinweise unter 365- 81 12 oder -82 40