Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen eröffnet am Freitagabend

Maria Eckardt
Aufbau des Gelsenkirchener Weihnachtsmarktes in der Innenstadt: Inhaber Philipp Biermann von der „Krippenschänke“ hängt hier einen Stierkopf an die große Holzhütte.
Aufbau des Gelsenkirchener Weihnachtsmarktes in der Innenstadt: Inhaber Philipp Biermann von der „Krippenschänke“ hängt hier einen Stierkopf an die große Holzhütte.
Foto: Joachim Kleine-Büning
60 verschiedene Stände laden in die City. Die WAZ sprach vorab mit drei Händlern. Adveniat und Brinker verkaufen Backwaren für den guten Zweck.

Gelsenkirchen. Die Fenster der Holzhütten, die schon ein paar Tage in der Gelsenkirchener Innenstadt stehen, öffnen heute (Freitag, 18. November) um 18.30 Uhr erstmalig: Mit 60 Ständen lädt der Weihnachtsmarkt zum Stöbern, Staunen und Speisen ein. Die WAZ konnte es kaum erwarten und ist vorab schon eine Runde über den Weihnachtsmarkt geschlendert.

Glühwein, Eierpunsch, Lumumba, Grog und heißer Kakao wird an der „Krippenschenke“ ausgegeben. Hier werkelt man bereits seit einer Woche, damit auch rechtzeitig alles steht. Seit 13 Jahren ist der große festlich geschmückte Stand in der Weihnachtszeit in Gelsenkirchen nicht mehr wegzudenken.

Glühweinstand darf nur bis 20 Uhr geöffnet haben

Jährlich wärmen sich Gäste an ihrem Heißgetränken auf, manche an der extra aufgestellten Feuerstelle. Der beleuchtete Traditionsstand mit einem großen Stierkopf auf dem Dach gehört Philipp Biermann. Vor zwei Jahren hatte er diesen von seinem Vater übernommen. Ein zweiter Glühweinstand und ein Kinderkarussell am Bahnhofsvorplatz sind zudem im Besitz des 26-Jährigen.

„Letztes Jahr mussten wir durch die Baustelle am Neumarkt mit dem Stand aussetzen. In diesem Jahr sind wir wieder voll dabei“, erzählt der Standinhaber: „Leider sind in diesem Jahr die Öffnungszeiten auf 20 Uhr zurückgesetzt worden, davor die Jahre durften wir noch bis 22 Uhr ausschenken.“ Erfreut sei er darüber nicht, da viele Gäste erfahrungsgemäß die Stände mit Alkoholausschank erst in den Abendstunden besuchen würden.

Auch ein Stände in New York und London

Vor 20 Jahren setzte Sebastian Mücke seine Geschäftsidee um. Zunächst mit einem Weihnachtsmarktstand in Berlin. Mittlerweile ist er für über 60 Weihnachtsmarktstände, darunter in New York, Zürich und London zuständig – und in Gelsenkirchen.

Am Stand Nummer zwölf werden seit fünf Jahren Weihnachtssterne verkauft. Die gestanzten, bestickten oder mit Glitter beklebten Leuchten werden per Hand angefertigt. Der 48-jährige Eigentümer und Unternehmensgründer: „Wir arbeiten dafür mit Designern in Delhi zusammen. Dabei gucken wir, dass während der Produktion nachhaltige und faire Arbeitsbedingungen geschaffen werden.“ Die Idee kam Mücke bei einer Reise durch Indien. „Dort habe ich die Sterne entdeckt, 50 Stück nach Deutschland geschickt und die anschließend in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt verkauft. „Die kamen dort super an.“ Mit der Zeit und der steigenden Nachfrage wurden immer mehr Weihnachtsmärkte bedient. „Mittlerweile ist das eine richtige Jahresaufgabe.“

Verkauf von Backwaren für den guten Zweck

Wer ein Brot oder Gebäck am Stand Nummer drei kauft, unterstützt damit einen guten Zweck. „Menschen in Lateinamerika erhalten einen Teil der Einnahmen. In diesem Jahr unterstützen wir die Ureinwohner in der Amazonas-Region“, so Richard Blanke, Eventmanager bei Adveniat. An diesem Stand kooperiert die Hilfsorganisation mit der Bäckerei Brinker. „Es gibt bereits ein Adveniat-Brot, dass in allen 66 Brinker-Filialen verkauft wird. In diesem Jahr erweitern wir das Projekt auf Gelsenkirchen“, so Blanke.