Vorerst kein Verrichtungsgelände in Gelsenkirchen

Seit dem Erlass der Sperrgebietsverordnung durch die Bezirksregierung ist es sehr viel ruhiger geworden um den Strich an der Münsterstraße.
Seit dem Erlass der Sperrgebietsverordnung durch die Bezirksregierung ist es sehr viel ruhiger geworden um den Strich an der Münsterstraße.
Foto: WAZFotoPool
  • Die neue Sperrgebietsverordnung sorgte für einen Rückgang der Beschwerden
  • Wohnwagen werden an der Münsterstraße als Verrichtungsboxen genutzt
  • Jugendschutz und öffentlicher Anstand sind nicht mehr gefährdet

Gelsenkirchen. Es ist zwei Jahre her, da beschlossen die Städte Gelsenkirchen und Herten einen Stufenplan, der die negativen Auswirkungen der Straßenprostitution im Bereich Münsterstraße/Gelsenkirchener Straße verhindern soll. Am Mittwoch teilten beide Verwaltungen nun mit, auf die Einrichtung eines Verrichtungsgeländes vorerst verzichten zu wollen. Die Beschlüsse dazu sollen noch im September gefasst werden.

Als Begründung wird angeführt, dass ein Maßnahmenkatalog zu einer Verbesserung der Situation geführt habe. Dazu zählten verstärkte Kontrollen durch die Kommunalen Ordnungsdienste beider Städte und Beratungsgespräche mit den Prostituierten. In Bürgerveranstaltungen sei zudem erörtert worden, welche Probleme als besonders störend empfunden wurden.

Baustein für eine verbesserte Situation

Ein weiterer Baustein zur Verbesserung der Situation war eine neue, unbefristet geltende Sperrbezirksverordnung der Bezirksregierung Münster, die im Januar 2015 in Kraft trat. Sie regelt die Verbote der Straßenprostitution von 6 bis 22 Uhr im Sommer und von 6 bis 20 Uhr im Winter. Die anschließend nur noch wenigen Beschwerden bezogen sich laut Stadt auf geringe Mengen Müll und die Wohnwagen der Prostituierten, die das Parken im Bereich A2/Münsterstraße erschweren würden.

Verrichtungsboxen werden als finale Lösung auch nicht mehr angestrebt, weil die Situation an der Münsterstraße sich so verändert hat: Bis zu elf Wohnwagen sowie drei Vans würden nachts zur Ausübung der Prostitution – als Verrichtungsboxen – genutzt. Trotz der größeren Zahl abgestellter Wohnwagen blieben etliche Parkplätze frei; selbst wenn einmal alle Plätze belegt sein sollten, so die Stadt, befänden sich in zumutbarer Entfernung andere geeignete Parkplätze.

Die Bezirksregierung sieht die Belange des Jugendschutzes und den öffentlichen Anstand seit Erlass der Sperrgebietsverordnung nicht mehr beeinträchtigt.

 
 

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