Teilnehmerrekord beim Vivawest-Marathon durchs Revier

Die Hände zum Himmel: Gutgelaunt gingen die Akteure an den Start. Allein 3500 Männer, Frauen udn Jugendlicghe wurden in mehreren Etappen auf die Halbmarathon-Distanz geschickt.
Die Hände zum Himmel: Gutgelaunt gingen die Akteure an den Start. Allein 3500 Männer, Frauen udn Jugendlicghe wurden in mehreren Etappen auf die Halbmarathon-Distanz geschickt.
Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE FotoServices
Elias Sansar läuft in 2:29 Stunden beim Vivawest-Marathon zum Sieg. Wärme setzte vielen Läufern zu. Vier Sportler kollabierten auf der Strecke.

Gelsenkirchen.. Zielleinlauf, Konfettiregen, Siegerfoto, einmal durchschnaufen, erstes Interview für den WDR geben – und das alles in gefühlt 25 Sekunden. Deutlich länger war der Angang zu diesem Finale auf der Overwegstraße nah am Musiktheater für Elias Sansar. Mit Startnummer 1399 rannte er über 42,195 Kilometer über Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop und Essen auf Platz 1 beim 4. Vivawest-Marathon. Seine Einlaufzeit: 2:29:00 Stunden.

Darth Vader und Robin Hood liefen auch mit

„Eine ganz gute Zeit“, fand der 36-jährige Detmolder nach einem „spannenden Rennen, in dem es immer wieder hin und her“ ging. Maciek Miereczko (2:29:33) und Dawit Kebede (2:29:43) waren ihm dicht auf den Fersen, um Kilometer 40 lag das Trio nur wenige Sekunden auseinander. „Es hat mir schon gut gefallen hier, vielleicht bin ich nächstes Jahr wieder dabei“, kündigte Sansar nach seinem persönlichen Premierensieg beim Reviermarathon an. „Ich habe es nicht bereut, hier zu laufen.“ Sein Satz galt wohl auch für den Großteil der Starter: 8043 waren es insgesamt – Rekord! „Wir hatten allein Sonntag noch 200 Nachmeldungen. Das hat uns überrascht, damit sind wir echt happy“, freute sich Pressesprecher Kai Meesters von der MMP Event GmbH über den Zulauf.

Hunderte tummelten sich an Start- und Ziel auf der Overwegstraße oder am Fanpoint vor der Vivawest-Zentrale im Nordsternpark, warteten auf Freunde oder Familie im Feld, feuerten Teilnehmer an oder freuten sich mit den Akteuren auf den letzten Metern bis zur Zeitnahme – und bekamen besondere Lauf-Gestalten zu sehen: Darth Vader war gleich mit einer Rotte Sternenkrieger auf der Piste, Robin Hood war als einer von vielen Spendenläufern für den „Laufclub 21“ und damit für Menschen mit Down-Syndrom unterwegs. Und Mike Büskens, Olaf Thon, Willi Landgraf und Martin Max trugen für Schalke 04 Königsblau in Ziel.

Unterwegs, so die Laufeindrücke der Teilnehmer, waren die Fan-Reihen teils sehr dünn besetzt, mühten sich teilweise Einzel-Akteure, das Marathon-Fieber hochzutreiben. Immerhin: Trommler machten den Sportlern im Nordsternpark und am Zentralbad Beine. Und die Lauf-Moderatoren machten mit ihren Ansagen und Interviews im Wechsel mit der passenden „Einpeitscher“-Musik einen höchst unterhaltsamen Job.

Sintayehu Kibebo pulverisierte Marathon-Bestzeit der Frauen

Allein 3500 Sportler gingen die Halbmarathon-Distanz an, dazu kamen: 10-Kilometer-Lauf, Staffeln, Essener City-Lauf, Mini-Marathon, Schulmarathon. Die Laufstrecke gilt als durchaus anspruchsvoll, die Wetterbedingungen waren es Sonntag auch: Schwülwarme 19 Grad in der Frühe um 9 Uhr ließen Herausforderungen für Puste und Pumpe erwarten. Zahlreiche Läufer bekamen gesundheitliche Probleme. „Vier kollabierten auf der Strecke, sie mussten medizinisch betreut werden und wurden ins Krankenhaus gebracht“, so eine Polizeisprecherin.

Wer durchs Ziel lief und sich seine Finisher-Medaille geschnappt hatte, ging erst mal an die längste Theke Gelsenkirchens, griff zu Wasser oder Softdrinks, Butterstulle oder Banane. Auch Sintayehu Kibebo, schnellste Frau im Marathonfeld vor Christl Dörschel und Eva Offermanns, wollte nach dem Siegerfoto nur eins: trinken. 2:46:57 Stunden bedeuten 10 Minuten unter der bisherigen Rekordzeit.

Ergebnisse des Vivawest-Marathons
Warum der 10-Kilometer-Lauf für manche Sportler länger war

Der Vivawest-Marathon ist nicht die Strecke für die Top-Athleten, er richtet sich vornehmlich an Breitensportler und Hobby-Läufer. Doch auch die werden nicht gerne in die Irre geführt. Werner, 58, aus Gelsenkirchen und diesmal über zehn Kilometer am Start, musste wie viele andere offenbar einen guten Kilometer „draufpacken“. „Im Buga-Park gab es eine klare Fehlleitung“, meint er, blieb aber entspannt. „Mit knapp unter 50 Minuten lief es bei mir ziemlich gut.“

Dorian Rötinger sieht es dramatischer: „Ich bin unglaublich enttäuscht über Organisation und Streckenbesetzung. Fehler passieren, keine Frage. Jedoch verstehe ich nicht, warum der wichtigste Punkt der Strecke nicht klar und deutlich wegweisend gekennzeichnet ist.“ Ein paar Läufer, sagt Pressesprecher Kai Meesters, „sind tatsächlich falsch abgebogen. Wir schauen uns das nochmal an und werden es im nächsten Jahr sicher deutlicher ausschildern.“

Klar markiert waren auch die Zufahrtsbeschränkungen und Halteverbote. Dennoch wurden sie vielfach ignoriert. Längs der gesamten Stecke ließ die Polizei 135 Fahrzeuge abschleppen, allerdings vornehmlich in Essen.

Großer Jubel für die Schalke-Staffel

Für großen Jubel sorgte die Schalke-Staffel mit Olaf Thon, Mike Büskens, Martin Max und Willi Landgraf, der sich trotz Oberschenkel-Zerrung über die Strecke kämpfte. „Es ist einfach großartig, hier durchs Ruhrgebiet zu laufen, ein toller Lauf, super Stimmung“, lautet das Fazit nicht nur von Olaf Thon. „Unser Dank gilt allen Beteiligten, den vielen freiwilligen Helfern, den Partnern und den beteiligten Städten“, sagt Projektleiter Philipp Weber von der veranstaltenden Agentur MMP. „Durch diese Zusammenarbeit können wir hier dieses tolle Lauffest feiern.“

 
 

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