Verdienstkreuz für Gelsenkirchener Egon Heinrich Michels

Nikos Kimerlis
Im Kaminzimmer von Schloss Horst verleiht OB Frank Baranowski (r.) dem Erler Speditionsunternehmer Egon Heinrich Michels das erste Bundesverdienstkreuz im Jahr 2015.
Im Kaminzimmer von Schloss Horst verleiht OB Frank Baranowski (r.) dem Erler Speditionsunternehmer Egon Heinrich Michels das erste Bundesverdienstkreuz im Jahr 2015.
Foto: Funke Foto Services
Gelsenkirchener Speditionschef Egon Heinrich Michels erhält für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Gelsenkirchen. Ehre wem Ehre gebührt. Dafür legt Oberbürgermeister Frank Baranowski gern die lange Amtskette an, öffnet die Stadt eine ihre feinen Stuben – das Kaminzimmer von Schloss Horst. Derlei protokollarische Besonderheiten gibt es nur zu besonderen Anlässen. Mittwoch war so einer: Das Stadtoberhaupt überreichte dem Erler Speditionsunternehmer Egon Heinrich Michels für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Einsatz in vielen Bereichen

„Vor allem für sie, aber auch für uns, ist das kein Tag, den wir mit Routine absolvieren“, hob Frank Baranowski die Ausnahmestellung des Termins hervor. „Im vergangenen Jahr konnten wir nur ein Verdienstkreuz an einen Bürger vergeben, in den beiden Jahren zuvor keines.“

Es gibt viele Möglichkeiten, sich für das Gemeinwesen zu engagieren – im Sport, in der Kirche, im sozialen Bereich oder in einer berufsständischen Organisation – das Bemerkenswerte ist, dass Michels praktisch die gesamte Palette abdeckt. Das schaffen nur ganz wenige Menschen – ein Auszug.

2008 wurde der Westfälische Gesamtverband für das Verkehrsgewerbe mit den Rheinischen Branchenverbänden für den Güterkraftverkehr und die Möbelspedition und dem Arbeitgeberverband des Verkehrsgewerbes Nordrhein vereint. Aus der Fusion entstand der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW mit cirka 2500 Mitgliedern. Michels hat sich sehr für die Fusion eingesetzt. Dadurch wurde die Arbeit der Organisation, beispielsweise bei der Durchsetzung politischer Interessen, wesentlich erleichtert. Nach der Fusion gehörte Michels dem Gesamtvorstand des Verbands an. Sein Mandat stellte er 2013 zur Verfügung, um einen Generationswechsel einzuleiten.

Mit viel Herzblut im DJK Eintracht Erle 1928 tätig

Michels engagiert sich außerdem seit 1984 im Sozialwerk St. Georg e.V., einem gemeinnützigen Dienstleistungsunternehmen, das Angebote für Menschen mit Behinderung bereit hält. Er sitzt seit 1982 im Verwaltungsrat und leistete vor allem bei der Einführung des Qualitätsmanagementsystems einen wichtigen Beitrag.

Seit 2007 ist Michels auch Mitglied des Kirchenvorstandes der Propsteipfarrei St. Urbanus. Zuvor war er viele Jahre im Kirchenvorstand von St. Barbara in Erle tätig. Er war maßgeblich mitverantwortlich, dass nach der Fusion der Personalabbau sozial gestaltet wurde. Im Verwaltungsrat der Elisabeth-Krankenhaus GmbH ist er auch als Mitglied tätig. Und der Karnevalsgesellschaft „Erler-Funken 1930 e.V.“ stellt er stets Räume zum Bau des Prunkwagens zur Verfügung.

„Wie sie dann noch Zeit gefunden haben, nebenbei Vorsitzender eines Fußballvereins zu sein, das kann ich mir nicht erklären“, sagte OB Frank Baranowski voller Anerkennung. Gemeint ist die DJK Eintracht Erle 1928.

Den Beweis, dass es doch geht – eben mit viel Herzblut, hat Egon Michels angetreten. Und das über Jahrzehnte. Dafür gebührt ihm verdientermaßen – höchster Respekt.