Verbrechen in Gelsenkirchen - das Jahr 2014 im Rückblick

Das Foto zeigt die Kleingartenanlage an der Levinstraße in Essen. Hier wurde an die Leiche von Madeleine W. vergraben.
Das Foto zeigt die Kleingartenanlage an der Levinstraße in Essen. Hier wurde an die Leiche von Madeleine W. vergraben.
Von einem Angreifer, der eine Axt schwingend, auf seinen Kontrahenten los geht, über einen Hollywood-reifen Raub bis hin zu Schüssen, Missbrauch und Mord.

Gelsenkirchen.. Der spektakulärste und schockierenste Kriminalfall im Jahr 2014 ist der Mord an Madeleine W. Der Prozess vor dem Landgericht Essen läuft zurzeit noch. Die 23-jährige Frau hatte zuletzt in Gelsenkirchen gelebt. Sie war hierhin vor ihrem Stiefvater Günther O. geflohen. Der 48-Jährige hat laut Anklage Madeleine W. jahrelang missbraucht, mit ihr sogar eine Tochter (heute zwei Jahre alt) gezeugt und die Stieftochter dann am 11. Februar 2014 ermordet. Die Leiche fand die Polizei im Kleingarten des Angeklagten in Essen-Dellwig: verscharrt in einer Grube, bedeckt unter mehreren Schichten Beton und Erde. Darüber pflanzte er Fichten zur Tarnung. Madeleine W. hatte sich 2012 in ein Frauenhaus geflüchtet und ihn angezeigt.

Drama im Hinterhof an der Grenzstraße: Der Gelsenkirchener Daniel L. (22) ersticht am 3. Juli seine Ex-Freundin Nicole R. (22). Als die Polizei ihn findet, ist er tot, er hat sich auf einem Industriegelände in Duisburg-Baerl erhängt. Die Eltern des Opfers werfen der Polizei vor, ihre Tochter vor dem gewalttätigen Ex nicht geschützt zu haben. Ein Anwohner klagt, er habe sich in Gefahr begeben müssen, nachdem ihn eine Beamtin aufgefordert habe, den Hof aufzusperren. Das Vorgehen der Polizei ist bis heute nicht abschließend untersucht und beurteilt worden.

An einen Hollywood-Krimi erinnert der Raubzug dreier Serben am 25. Juni auf das Juweliergeschäft Ugur in Ückendorf. Dem geschockten Geschäftsmann halten die Täter eine Maschinenpistole an den Kopf und erbeuten nach gezielter Suche Schmuck für 150 000 Euro. Spezialkräfte schnappen die drei Männer noch am selben Tag – sie hatten sich in einem Wohnhaus in der Karl-Meyer-Straße in Rotthausen versteckt. Am vergangenen Donnerstag wurden die Täter zu neun bzw. neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Ein Wunder, dass Claudia B. und ihre Zwillingsschwester die Bauchschüsse überleben. Seit Donnerstag steht Edgar T. aus Oberhausen dafür in Essen vor Gericht. Der 64-Jährige streckt am 12. Juli auf dem Reiterhof „Gut Nienhausen“ die Frauen nieder. Der Mann arbeitet dort als Helfer. In seiner Wohnung entdeckt die Polizei ein ganzes Waffenarsenal.

Weil sie sich von ihm getrennt hat, schießt ihr Ex-Partner eine Gelsenkirchenerin (50) am 11. Januar in ihrer Ückendorfer Wohnung nieder. Der 61-jährige Wattenscheider taucht gegen 23 Uhr bei ihr auf und feuert der dreifachen Mutter in den Oberkörper. Die Frau überlebt schwer verletzt. Nach einer 20-stündigen Fahndung nimmt die Polizei den Täter in seiner Wohnung fest Urteil: mehr als acht Jahre Haft.

In der Schalker Drogenberatungsstelle an der Liboriusstraße geht am 10. März ein 46-Jähriger mit einer Axt auf einen 39-Jährigen los . Der Jüngere kann gerade noch einen Stuhl hochheben und den Hieb abwehren. Dann überwältigen Umstehende den Täter. Urteil: fast vier Jahre Haft. Der Täter kommt aber zunächst in eine Erziehungsanstalt. Möglich ist, dass ihm bei erfolgreicher Therapie das „Einsitzen“ erspart bleibt.

EURE FAVORITEN