Uriges Brot nach urigen Rezepten

Serviceleiterin Angelika Meyer und ihr Team verkaufen auf Hof Holz das selbstgebackene Brot.. Foto: Thomas Schmidtke
Serviceleiterin Angelika Meyer und ihr Team verkaufen auf Hof Holz das selbstgebackene Brot.. Foto: Thomas Schmidtke
Foto: WAZ FotoPool
Auf Hof Holz arbeiten Menschen mit und ohne Handicap Hand in Hand zusammen. Bald soll ein neuer Hofladen entstehen, um die frischen Backwaren zu verkaufen.

Gelsenkirchen.. Neue Nachfrage nach altem Getreide In der Bäckerei des Hofes Holz wird auf traditionelle Zutaten und Rezepte gesetzt. Es ist zehn Uhr morgens. Kurz vor Feierabend, in der Bäckerei des Hofes Holz. Mitten in der Nacht beginnt hier die Schicht. Damit morgens, wenn die Gastronomie öffnet, ausreichend frische Brötchen und Brot, sowie Kuchen im Angebot sind.

„Wir machen hier wirklich alles selbst“, betont Daniel Barth, dass keine Tiefkühlwaren verwendet werden. Denn hier wird gebacken, wie es früher schon auf vielen Bauernhöfen üblich war. „In der letzten Zeit verarbeiten wir auch Urgetreide wie Einkorn. Daraus wird bei uns das Uracker-Brot“, so der Leiter der Bäckerei, der sich freut, dass solch alte Rezepte auch heute bei den Kunden gut ankommen. „Das Brot wird sehr stark nachgefragt weil es kräftig ist im Geschmack und dazu sehr saftig.“

Selbstangesetzter Natursauerteig

Das läge am Sauerteig, verrät Daniel Barth. „Wir machen alles mit Natursauerteig, den wir selbst ansetzen.“ Sogar die Brötchen werden hier anders gefertigt. „Der Teig kann sich über einen Tag entwickeln und wird nicht innerhalb kürzester Zeit verarbeitet.“

Gerade werden noch die letzten Kuchen fertig gestellt. Für den Nachmittag im Hofcafé. Auch Dominik Altenwirth hilft hier kräftig mit. Er hat hier einen integrativen Arbeitsplatz gefunden. „Ich bin seit ungefähr einem Jahr hier“, erklärt der 24-Jährige und verrät, dass die Tätigkeit erst zu seinem Traumjob werden musste.

Hofladen istschon in Planung

„Ich war vorher im Lager- und Transportbereich tätig. Weil ich da nicht übernommen wurde, musste ich mir etwas Neues suchen. Aber die Arbeit hier macht richtig Spaß“, so Dominik Altenwirth. Eine Sache kann er besonders gut: „Ich arbeite mit Fondant.“ Jetzt aber ruft wieder die Arbeit. Ein paar Brote werden in das Café getragen, das noch als Verkaufsraum für die Backwaren dient.

„Es soll hier bald ein Hofladen entstehen. Und den brauchen wir auch dringend. Hier ist immer noch vieles provisorisch“, schildert Daniel Barth die Pläne für die Zukunft. Und so fern ist die nicht mehr. „Ich hoffe, dass wir den Laden in einigen Monaten eröffnen können. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, weil noch nicht sicher ist, wohin genau der Hofladen kommt.“

Weitere Arbeitsplätzewerden geschaffen

Ein solcher Hofladen würde den Verkauf von mehr Waren ermöglichen, sogar weitere integrative Arbeitsplätze schaffen. Wobei es durchaus Tage gibt, an denen die kleine Backstube voll ausgelastet ist. „Wenn wir auf dem Hof ein Fest haben, dann geht es hier richtig zur Sache. Dann backen wir zwei- bis dreitausend Brötchen für den Grill. Und alles in Handarbeit.“ An einem normalen Tag entstehen rund fünfzig Brote. „Bei Veranstaltungen haben wir einen Verkaufsstand neben dem Eingang. Dafür produzieren wir etwa 250 Brote, zum Weihnachtsmarkt sogar 500 Brote täglich.“

Im Moment aber ist es ruhiger in der kleinen Backstube, die seit der Gründung der integrativen Einrichtung vorhanden ist. Da bleibt nicht nur Gelegenheit, die vielen Kuchenspezialitäten mit Liebe und Muße zuzubereiten. Sogar für eine Geburtstagstorte ist noch Zeit. Und dafür, sich neue Rezepte zu überlegen. Denn so viele seien gar nicht überliefert, weiß Daniel Barth. „Wir tüfteln hier richtig, damit wir am Ende Brote haben, die es nicht überall zu kaufen gibt.“

 
 

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