Unterstützer des Gelsenkirchener Appells wollen Dialog fortsetzen

6. Juli 2012: Sozialpfarrer Dieterr Heisig während der der Vorstellung des Gelsenkirchener Appells.
6. Juli 2012: Sozialpfarrer Dieterr Heisig während der der Vorstellung des Gelsenkirchener Appells.
Foto: WAZ FotoPool
Die Initiative um Sozialpfarrer Dieter Heisig diskutierte in großer Runde, wie man den sozialen Arbeitsmarkt voran bringen kann. Bürger sollen in den Dialog einbezogen werden.

Gelsenkirchen.. Mit dem 2012 formulierten Gelsenkirchener Appell sei es nicht getan, sagte Industrie- und Sozialpfarrer Dieter Heisig beim Treffen gleich vorweg. „Gelsenkirchen braucht dringend konkrete Lösungen.“ Wohlgemeinte Absichtserklärungen gebe es genug. Jetzt müsse gehandelt werden.

Eine Meinung, der sich auch Vertreter der Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gewerkschaften und Parteien anschließen konnten. Und Betroffene selbst, die keinen Zweifel an ihrer prekären wirtschaftlichen und sozialen Situation ließen. Einer Situation, die sie von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließt. Über den sozialen Arbeitsmarkt und seine Bedeutung für Gelsenkirchen zu diskutieren, hatte Dieter Heisig in seiner Eigenschaft als Sprecher der GE-Appell-Initiative in Kooperation mit der Initiative „Steinbruch Demokratie“ um Paul Baumann und Georg Kentrup in die flora geladen.

Über 40 Teilnehmer kamen zur Diskussionsrunde

Konsens herrschte in der Runde – über 40 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt – über Mindeststandards, die nicht unterschritten werden sollten. Etwa eine fünfjährige Mindestlaufzeit für entstehende Projekte, ausschließlich sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit tariflich angepassten Einkommen nicht unter Mindestlohn-Niveau und sinnvolle Arbeit, von der das Gemeinwesen profitieren soll.

Großes Augenmerk will man auf den Dialog mit den Bürgern der Stadt legen und nicht über deren Köpfe hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen Ideen und Konzepte erarbeiten. Das Projekt Steinbruch Demokratie verstehe die Umsetzung des Gelsenkirchener Appells als zivilgesellschaftliche Aufgabe. Und nicht zuletzt als Chance für demokratisches Handeln.

IAG-Geschäftsführer unterstützt Idee für konkrete Konzepte

Reiner Lipka, Geschäftsführer des Integrationscenters für Arbeit, bestätigte beim Treffen in der flora die besonders dramatische Situation, die den Arbeitsmarkt in Gelsenkirchen strukturell und damit langfristig bestimme. Lösungen wären aber nur erreichbar, wenn in Gelsenkirchen dafür besondere Maßnahmen mit Modellcharakter ergriffen werden könnten. Lipka sprach sich deutlich für eine autonome Selbstverwaltung auf finanzieller und inhaltlicher Ebene aus und begrüßte die zivilgesellschaftliche Initiative vom GE-Appell zum GE-Modell nachdrücklich, weil damit auch ein Zeichen gesetzt werde, dass dieses Problem überparteilich und solidarisch mit den Betroffenen angepackt werde.

Projektideen aus der Bevölkerung seien unabdingbar für die Umsetzung des Gelsenkirchener Appells. Lipka befürwortete daher ausdrücklich den Vorschlag von Paul Baumann, bei Gesprächen in Berlin konkrete Konzepte auf den Tisch zu legen. (ans)

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