Umbau 21 - Mit einer neuen Gesellschaft in eine bessere Zukunft

Die chemische Industrie sitzt als wichtige Partnerin mit im Boot von „Umbau 21“.
Die chemische Industrie sitzt als wichtige Partnerin mit im Boot von „Umbau 21“.
Foto: WAZ FotoPool
Der Strukturwandel ist das Zukunftsthema Nummer eins. Den Verlust von über 50.000 Arbeitsplätzen in der Montan-Industrie hat etwa Gelsenkirchen trotz aller Anstrengungen bis heute nicht verkraftet. Diese Generationenaufgabe will mit viel Geduld, Kreativität und unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten bewältigt werden. Dazu gehört der Aufbau der „Umbau 21 Innovationsgesellschaft Emscher Lippe“.

Gelsenkirchen.. Der Strukturwandel an Emscher und Lippe ist das Zukunftsthema Nummer eins. Den Verlust von über 50.000 Arbeitsplätzen in der Montan-Industrie hat etwa Gelsenkirchen trotz aller Anstrengungen bis heute nicht verkraftet. Diese Generationenaufgabe will mit viel Geduld, Kreativität und unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten bewältigt werden. Dazu gehört der Aufbau der „Umbau 21 Innovationsgesellschaft Emscher Lippe“.

Hinter diese Namen steht eine alte Einrichtung, die, mit neuen Strukturen versehen, der Region Emscher-Lippe wirtschaftlichen Nutzen bringen soll. WiN Emscher-Lippe hieß sie zuletzt, davor auch schon mal Emscheragentur. Angesiedelt war sie bis dato in der Nachbarstadt Herten – und ihre Erfolgsbilanz äußerst bescheiden.

Schlagkräftige Gesellschaft

Die Umfirmierung in „Umbau 21“ steht für einen Neuanfang, für eine schlagkräftigere Gesellschaft als bisher. Sie soll eine neue Geschäftsführung erhalten, die aktuell per Personalberater gesucht wird; Vorschläge dazu sollen im Dezember präsentiert werden. Dazu sollen in den Rathäusern Verbindungsleute installiert werden, um vor Ort die wichtige Detailarbeit zu leisten.

Die Gesellschaft, sagt Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD), soll für eine zeitgemäße regionale Strukturpolitik stehen. Was nichts anderes heißt, als in Absprache mit den direkt Beteiligten und in enger Abstimmung mit dem Land Nordrhein-Westfalen Fördermittel der Europäischen Union für Projekte zu beantragen, die im günstigsten Fall in eine wachsende Zahl von Arbeitsplätzen münden. Darüber hinaus steht „Umbau 21“ für eine gute Strukturpolitik, aber auch für Bildungs-, Stadtentwicklungs- und Klimapolitik.

„Der Vorteil ist, dass wir nicht mehr in einen Wettbewerb mit anderen einsteigen, sondern als Region einen direkten Zugriff auf die EU-Fördertöpfe für den Zeitraum 2014 bis 2020 bekommen“, erläutert Baranowski die Motivation für die Veränderung. „Im Idealfall können wir Projekte anstoßen, die von lokalen Unternehmen umgesetzt werden. Dazu gehören Vorhaben wie die Umstellung der Wärmeversorgung oder etwa die Nutzung von Grubenwasser zur Wärmeversorgung.“

Alle machen mit an Emscher und Lippe

Entsprechend machen alle mit an Emscher und Lippe: der Kreis Recklinghausen, die IHK, die Handwerkskammer, der DGB, mehrere Unternehmen (vor allem auch die für die Region so wichtige chemische Industrie), die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, die Bezirksregierung Münster, Bottrop und eben Gelsenkirchen.

„Haus Heege“ in Buer soll ein erster Standort für „Umbau 21“ werden, ein Umzug auf das benachbarte Hochschul-Gelände später folgen. Das Land NRW ist als wichtiger Unterstützer des Projektes im Boot; dies gilt auch für die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft. Vorsitzender des Beirates ist NRW-Wirtschaftsminister Gerald Duin.

Ein starkes Präsidium

Dramatische Einschnitte in der Region Emscher-Lippe kündigen sich bereits seit geraumer Zeit für die kommenden Jahre an, ohne dass Lösungen sichtbar wären. Neben allen Unsicherheiten in der Industrie wird 2015 das Bergwerk Auguste Victoria in Marl schließen, 2018 folgt Prosper Haniel in Bottrop als weitere große Belastung für die Wirtschaftsregion. Die „Umbau 21 Innovationsgesellschaft Emscher-Lippe“ soll als starke Einrichtung helfen, die Belastungen durch neue Projekte aufzufangen.

Im Präsidium dieser regionalen Gesellschaft sitzen Frank Baranowski (OB Gelsenkirchen), Werner Arndt (BM Marl), Rasmus C. Beck (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Metropoleruhr GmbH), Josef Hülsdünker (Vorsitzender DGB Emscher Lippe), Prof. Dr. Reinhard Klenke (Bezirksregierung Münster), Bodo Klimpel (BM Haltern am See), Peter Schnepper (Geschäftsführer IHK Nord Westfalen), Cay Süberkrüb (Landrat Kreis Recklinghausen) und Bernd Tischler (OB Bottrop).

 
 

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