Ückendorf präsentiert sich mit breiter Kunstpalette

Roman Pilgrim (rechts) präsentierte seine Lichtobjekte auf der Galeriemeile den Besuchern.
Roman Pilgrim (rechts) präsentierte seine Lichtobjekte auf der Galeriemeile den Besuchern.
Foto: FUNKE Foto Services
Ob Fotografien, Gemälde, Lichtobjekte oder Musik: Bei der sechsten „Tür auf“-Aktion der Galeriemeile in Ückendorf gab es für fast jeden Geschmack Sehenswertes.

Gelsenkirchen.. Der eher negative Ruf von Ückendorf könnte bald der Vergangenheit angehören. Der Stadtteil hat sich zum Szeneviertel gemausert – unter anderem mit vielen kleinen Kunstgalerien. Am Wochenende lud die Galeriemeile zum sechsten Tag der Offenen Tür unter dem Titel „Tür auf“ ein. Eröffnet wurde die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Eurasia Kulturvereins in der Bergmannstraße von Klaus Hermandung, Vorsitzender des Kulturausschusses.

„Die Verbindung von Ückendorf und Kreativquartier lag mir schon immer am Herzen. Gelsenkirchen zusammen mit dem Begriff Kunst ist nur innerhalb von Gelsenkirchen bekannt. Nach außen hin wird es leider immer mit anderen Synonymen in Verbindung gebracht.“ Seine Bitte an die Besucher: „Zeigen Sie den Leuten in anderen Städten, was unsere Stadt leistet.“

"Betuchte Körper" in Tusche vom Bühnenbildner

Weiter ging es musikalisch. Die jungen Talente David Sarazhynskyi (16) an der Violine und Noah Reis-Ramma (15) am Flügel beeindruckten mit Sonaten von Mozart und Edvard Grieg. Beide spielen seit sieben Jahren, lernen an der Städtischen Musikschule.

Der Kunstraum war mit Tuschezeichnungen von Giorgios Kolios geschmückt, der Titel der Ausstellung „Betuchte Körper“. Der Künstler, der auch Bühnenbilder für das Musiktheater gestaltet, erklärt: „Anfangs scheinen die Schwarz-Weiß-Bilder abstrakt, erst beim näheren Hinsehen werden realistische Körper sichtbar.“ In einem weiteren Raum konnten die Künste von Roman Pilgrim betrachtet werden. Dreidimensionale Lichtobjekte und beleuchtete, abstrakte Acrylmalereien hingen an den Wänden des dunkel gehaltenen Ateliers. Der ehemalige Kaufmann im Gesundheitswesen hatte sich vor zwei Jahren mit seiner Kunst selbstständig gemacht. Er beschreibt: „Ich finde es total spannend, mit Strukturen und Licht zu experimentieren und zu erkennen, wie sich die Schatten verhalten.“

Analog produzierte Fotos in der Kutschenwerkstatt

Fotografien der Ausstellung „People of Lisboa“ hingen an den alten Mauerwänden der Kutschenwerkstatt in der Bochumer Straße, portugiesische Fado-Musik bespielte die Räume. Die Fotos der Präsentation von Damian Deßler entstanden bei einem beruflichen Trip nach Lissabon mit verschiedenen analogen Filmkameras. „Ich beobachte interessante Szenerien und halte dann Momentaufnahmen fest, die mir besonders gut gefallen.“ So der Fotograf, der hauptberuflich als Berater in der Softwareentwicklung arbeitet. Seit 2006 fotografiert er.

In der Atelierwerkstatt Alte Schmiede an der Leithestraße wurden Malereien von Jo Scholar präsentiert. Bilder von Vögeln in verschiedenen Formaten, gezeichnet mit Kreide, Kohle und Stiften dominierten seine Ausstellung. Die Zeichnungen sind in der Adlerwarte in Detmold entstanden. „Ich habe die Tiere vor Ort gemalt. Dadurch konnte ich besonders gut authentische Bewegung festhalten. Allerdings war das auch manchmal die Schwierigkeit“, bekennt Scholar.

 
 

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