Über 50 000 feierten friedliches Fest rund ums Schloss

Tiiieeeef durchatmen: Diese Jungs ließen sich bei der Kirmes des Sommerfestes ordentlich durchschaukeln. Und hatten offenbar vor allem Spaß.
Tiiieeeef durchatmen: Diese Jungs ließen sich bei der Kirmes des Sommerfestes ordentlich durchschaukeln. Und hatten offenbar vor allem Spaß.
Foto: Michael Korte
Rekordverdächtige 40.000 Menschen feierten allein am Samstag das Sommerfest rund um Schloss Berge, bis zu 11.000 waren es Freitag. Absolut friedlich.

Gelsenkirchen.. Nachdem das traditionelle Sommerfest auf Schloss Berge im letzten Jahr dem Sturm Ela zum Opfer gefallen war, enterten an diesem Wochenende Tausende von Besuchern die Grünanlage im Norden der Stadt. 40.000 über den Samstag verteilt, 11.000 am Freitag, so schätzte die Polizei. Der Sonntag war wetterbedingt deutlich ruhiger, genaue Zahlen liegen hier noch nicht vor. Doch trotz drängender Fülle in den ersten beiden Tagen: es war ein absolut friedliches Fest, Polizei und Feuerwehr hatten keine nennenswerten Einsätze.

Es ist eine Idylle mit Magnetwirkung. „Die Gärten von Schloss Berge sind wunderschön, besonders der Kräutergarten“, lobte Rosemarie von Zeumer aus Marl, die mit ihrem Ehemann das Sommerfest am Samstag besuchte. Den Angeboten auf der großen Veranstaltungswiese zog das Paar den kleinen Biergarten direkt am See vor, ließ sich Himbeerkuchen schmecken.

Spektakuläres Feuerwerk beschließt das Samstagsprogramm

Selbstbedienung fordert Selbstdisziplin. Brav brachten die Gäste die leeren Gläser und Teller wieder zurück zur Ausgabe. Noch ein Beispiel für die insgesamt gute und friedliche Stimmung: Einem jungen Kellner purzelten mehrere Kästen Bier von einer Sackkarre und viele Flaschen gingen zu Bruch. Sofort sprangen einige Besucher auf und halfen ihm, die Scherben zu beseitigen. Auch einer der Musiker des bulgarischen Trios Sumen kümmerte sich um den Pechvogel. Sumen verwandelte eine Mischung von Klezmer, Tango und Schlager mit Geige, Akkordeon und Percussion in einen angenehmen Sommersound, als wäre alles aus einem Guss.

War der Freitag schon warm, toppte der Samstag noch die tropischen Temperaturen. Für Vanessa Schulte (22) trotzdem kein Hindernis, sich auf dem Kunstmarkt mit dicken Wollmützen in pink und neongrün einzudecken. Vanessa: „Die gehen immer. Wenn ich die Mützen nicht selbst behalte, werde ich sie verschenken.“ Ihre Freundin Sophie Krakowski (20) freute sich über einen Armreifen als „Beute“ vom Kunstmarkt.

Festgelände füllte sich mit Familien

Hut tut gut, wenn die Sonne brennt. Ganze Familien sah man übers Festgelände schlendern, die Köpfe geschützt von Strohhüten mit hellblauen Rand. Der Witterung angepasst auch die Einsatzkräfte der Polizei: Die Ordnungshüter trugen alle grüne T-Shirts statt der üblichen dicken Uniform-Hemden.

Ein Fest der Begegnung, das trotz der Menschenmenge und Größe etwas Familiäres hatte. Das schloss die auftretenden Künstler ein. Für einige wie Olaf Henning („Komm hol das Lasso raus“) war es ein Heimspiel. „Als er auftrat, war es hier richtig voll“, sagt Murat Yilmaz. Der 26-jährige Student jobbte an den Festtagen und zapfte mit Blick auf die Hauptbühne Bier: „Es waren mehr Frauen als Männer da, die Olaf Henning sehen wollten.“

Das Musikprogramm bot überhaupt ein breites Spektrum durch Stile und Epochen. Hatte sich soeben noch der Shanty-Chor Bochum von den Zuschauern mit dem Lied „Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da“ verabschiedet, fesselten schon wenige Minuten später „The Chains“ das Publikum mit kultigen Rocknummern und Popsongs.

Roll over Schloss Berge: Das Sommerfestival 2015 mit Maus & Co., Lasso-Schwinger Olaf Henning, spektakulärem Feuerwerk und friedlichen Gästen wird in guter Erinnerung bleiben. Wo so viele Menschen flanieren, speisen und trinken, könnte man unschöne Müllberge erwarten. Das Publikum aber zeigte sich diszipliniert und hielt sich an die Vorgabe, keine Glasflaschen mit zu bringen.

Fest rund ums Schloss wird schon seit 50 Jahren gefeiert

Das Sommerfest Schloss Berge hat eine über 50-jährige Tradition. Am Schloss, rund um den See und auf den Wiesen und Sportplätzen waren auch diesmal die Bühnen und Buden platziert.

Geboten wurden Kunsthandwerker-Markt, kulinarische Angebote, Livemusik, Kirmes mit Karussells und Fahrgeschäften, Elektro-Dance-Bereich (Junge Bühne). Riesenblasen, Hochseilspringen und weitere Attraktionen bestimmten den Kinderspaß am Samstag. Am Sonntag besuchten die WDR-Maus, Elefant, Käpt’n Blaubär und Shaun das Schaf beim ELE-Familiensonntag das Sommerfest Schloss Berge. Freitag und Samstag gab es gemischte Livemusik. Von Seemannsliedern bis Schlager und Rock war alles dabei. Top-Act am Freitag war der Auftritt von Olaf Henning, am Samstag war das Feuerwerk von der Blumeninsel aus der Publikumsmagnet. Der Eintritt war wie immer frei. Das dreitägige Fest finanziert sich durch den Verkauf von Speisen und Getränken und wird zudem von Sponsoren unterstützt.

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