Gelsenkirchen

„Das ist eine Sauerei“ – So reagieren die Gelsenkirchener auf die Trikot-Aktion von Özil und Gündogan

Klaus sieht vorallem den DFB in der Pflicht klar Kante zu zeigen.
Klaus sieht vorallem den DFB in der Pflicht klar Kante zu zeigen.
Foto: Diana Langer
  • Der DFB müsse klare Kante zeigen
  • Erdogan trete Menschenrechte mit Füßen und habe das nicht verdient
  • Diskussion über Trikot sei Kinderkram

Gelsenkirchen. Nicht nur im Netz reagieren die Menschen schockiert, als sie von der Trikot-Aktion erfahren. Mesut Özil und Ilkay Gündogan überreichten dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan ein unterschriebenes Trikot und lösten hitzige Diskussionen aus. Auch in Gelsenkirchen, der Heimatstadt von Özil und Gündogan, ist die Aktion umstritten.

„Das ist eine Sauerei“

Besonders die Biografie der beiden Nationalspieler sorgt in diesem Zusammenhang für Empörung, denn die beiden Fußballprofis sind in Gelsenkirchen geboren und spielen für Deutschland. Das ist eine Sauerei“, sagt der 73-jährige Klaus.

Klaus Meinung nach müsse jeder, der für Deutschland spiele, auch für Deutschland einstehen und nicht den türkischen Präsidenten unterstützen.

Der Gelsenkirchener sieht aber auch den Deutschen Fußballbund in der Verantwortung: „Der DFB müsste mal klare Kante zeigen.“ Denn obwohl der DFB immer wieder seine Integrationsarbeit herausstelle, wäre so ein Verhalten seiner Meinung nach ein Rückschritt und sollte daher stark verurteilt werden.

„Sport ist Sport und nicht Politik“

„Sport ist Sport und nicht Politik“, sagt dagegen Monika. Die 56-Jährige versteht nicht, wieso sich Politik und Sport vermischen müssten. Doch das Verhalten der beiden Nationalspieler empört die auf Schalke lebende Frau.

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Eine Auszeichnung hat Erdogan nicht verdient

„Egal ob ein Pokal oder ein Trikot, so etwas ist eine Auszeichnung und Erdogan hat das nicht verdient“, sagt Monika. Der türkische Präsident hätte eine solche Aufmerksamkeit nicht verdient, denn er trete die Menschenrechte mit Füßen.

„So viele Leute, die auch unschuldig im Gefängnis sitzen“, bedauert die Schalkerin. Für sie sei klar: Das Trikot hätte nie den Besitzer wechseln sollen.

„Die Diskussion ist doch Kinderkram“

Anders sieht das hingegen Benni. Für ihn sei die Aktion nichts Besonderes. „Die Diskussion darüber ist doch Kinderkram“, sagt der 38-Jährige. Benni wurde zwar in der Türkei geboren und sei kein großer Fan von Erdogan, doch als Wahlkampfaktion sehe er die Trikotübergabe nicht.

„Das ist doch ganz normal und einfach nur höflich“, sagt er. Würde Angela Merkel ein anderes Land besuchen, bekäme sie schließlich auch Geschenke. Ein Trikot bleibe am Ende auch nur ein Trikot, egal von welchem Verein es komme oder wer es übergäbe.

 
 

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