Träumen mit dem Zauberer von Oz in Gelsenkirchen

Das MiR-Quartett (v.l.) Michael Dahmen, Dorin Rahardja, E. Mark Murphy und Piotr Prochera im Klassiker „Der Zauberer von Oz“.
Das MiR-Quartett (v.l.) Michael Dahmen, Dorin Rahardja, E. Mark Murphy und Piotr Prochera im Klassiker „Der Zauberer von Oz“.
Foto: Pedro Malinowski
Am 12. April feiert das Musical „Der Zauberer von Oz“ um 18 Uhr Premiere im Musiktheater im Revier. Die Zuschauer erwartet ein optisches Feuerwerk.

Gelsenkirchen.. Das Leben auf der Farm ist trist und langweilig. Darum träumt sich Dorothy fort in ein fernes Land irgendwo jenseits des Regenbogens. „Somewhere over the rainbow“, eine der bekanntesten und schönsten Musical-Melodien, begleiten das Mädchen auf seiner Reise durch ein Märchenwunderland. Mit dabei sein dürfen auch die Zuschauer, wenn am Sonntag, 12. April, das Musical „Der Zauberer von Oz“ um 18 Uhr Premiere im Großen Haus des Musik im Revier feiert.

Film inspiriert, keine Kopie

Träume sind Schäume? Nicht im Märchen! Im Musical nach dem amerikanischen Kinderbuchklassiker aus dem Jahre 1900 entführt ein Wirbelsturm die Figuren in die grün glänzende Smaragdstadt und in den Palast der bösen Hexe, lässt sie auf geflügelte Affen, magische Schuhe und einen feigen Löwen treffen.

Wer den „Zauberer von Oz“ inszeniert, der hat auch die berühmte Verfilmung mit Judy Garland aus dem Jahr 1939 im Kopf. „Stimmt“, sagt Regisseurin Sandra Wissmann, die am Gelsenkirchener Opernhaus bereits wunderbare Erfolgsproduktionen wie „Die Comedian Harmonists“ oder „Cabaret“ ablieferte. „Die Produktion kommt am Film nicht vorbei, lässt sich von ihm inspirieren, kopiert ihn aber nicht.“

Ein üppiges, märchenhaftes Ambiente in 20 unterschiedlichen Bildern konzipierte Bühnenbildnerin Britta Tönne: „Die berühmte gelbe Straße, auf der Dorothy entlang wandert, wird immer sichtbar sein und sogar über den Orchestergraben hinweg ins Parkett ragen.“ Die Straße gilt dem Regieteam als Sinnbild für die Lebenseinstellung der Figuren, so Wissmann: „Der Weg ist das Ziel.“

Dorin Rahardja als „Dorothy“

In Gelsenkirchen schlüpft Sopranistin Dorin Rahardja in die Rolle der Dorothy, die von zu Hause ausreißt, als man ihr auch noch den geliebten Hund Toto wegnehmen will. Zwei pfiffige Vierbeiner, vor einigen Wochen gecastet, teilen sich übrigens die Rolle von Toto. „Öhrchen“ und „Xeva“ werden abwechselnd zu Bühnenstars mutieren.

So opulent die Bühne in dieser Produktion rund um die tiefe Sehnsucht nach einer besseren Welt ausfallen wird, so fantastisch muten auch die Kostüme von Martina Feldmann an. Die gezeichneten Figurinen lassen auf jeden Fall ein optisches Feuerwerk erwarten, wenn sich Vogelscheuche und Blechmann, die böse Hexe und gute Tante ein Stelldichein geben werden.

Märchen auf der Bühne, Stress hinter den Kulissen: Allein sechs Darsteller schlüpfen in Doppelrollen, das bedeutet Kostüm- und Maskenwechsel im Sekundentakt. Die vielen Umbauten werden acht Tänzer im Stile eines Fernsehballetts überbrücken.

In Amerika ist der Kinderbuchklassiker „Der Zauberer von Oz“ so bekannt wie bei uns die Grimmschen Märchenfiguren „Rotkäppchen“ oder „Rapunzel“. Auch der australische Dirigent Thomas Rimes kennt den Zauberer von kleinauf an: „Es ist zwar ein Märchen, aber man spürt die Tiefe dahinter.“ Die Musik lasse die komplette musikalische Bandbreite des damaligen New York anklingen.

EURE FAVORITEN