Toter bei Explosion in Gelsenkirchener Wohnhaus

Nikos Kimerlis und Christian Gerstenberger
Eine Explosion und ein Feuer zerstörten den Anbau eines Mehrfamilienhauses in Gelsenkirchen-Resse.
Eine Explosion und ein Feuer zerstörten den Anbau eines Mehrfamilienhauses in Gelsenkirchen-Resse.
Foto: Michael Weber / WTVnews
  • Explosion in einem Wohnhaus-Anbau in Gelsenkirchen-Resse
  • Einige Stunden später wurde eine Leiche in den Trümmern gefunden
  • Um die Immobilie rankt sich seit Wochen ein menschliches Drama

Gelsenkirchen. Erst gab es eine Explosion. Dann brannte der Anbau des Wohnhauses vollständig aus: Zu einem Großeinsatz rückte die Feuerwehr am Samstagmorgen um kurz nach 8 Uhr nach Gelsenkirchen-Resse aus. Als die Beamten eintrafen, stand der Anbau eines Mehrfamilienhauses an der Ewaldstraße in Flammen.

Etwa eine Stunde dauerte es, dann war das Feuer weitgehend gelöscht, so Feuerwehrsprecher Carsten Jost am Samstagmittag im Gespräch mit unserer Redaktion. Dennoch galt zu jenem Zeitpunkt der Einsatzbefehl noch "auf unbestimmte Zeit" - denn wie häufig bei großen Feuern flammten auch im Nachhinein immer wieder kleinere Brände auf. Gegen 11 Uhr waren noch rund 50 Mann vor Ort - ganz so wie zu Beginn des Einsatzes.

Leiche am Mittag geborgen

Am Samstagmorgen wurde noch eine Person vermisst - am Mittag wurde dann eine Leiche aus den Trümmern geborgen: Laut Polizei handelt es sich dabei um den Mann (71), der im Anbau des Hauses gewohnt hatte. Er könnte für die Explosion verantwortlich sein, vermuten Nachbarn im Gespräch mit unserer Redaktion vor Ort. Denn rund um die Resser Immobilie hatte sich in der jüngeren Vergangenheit demnach ein kleines Drama abgespielt.

Nach Informationen von Anwohnern soll der Mann das Haus unlängst bei einer Zwangsversteigerung verloren haben - an eine Großfamilie aus Leverkusen. Der Rentner sei damit nicht klar gekommen, erzählt ein Nachbar. Mehrfach habe er angekündigt: "Wenn die mir das Haus wegnehmt, jage ich es in die Luft!"

Anzeigen gegen den neuen Besitzer

Der neue Besitzer der Immobilie bestätigt: Mit dem früheren Eigentümer habe es in den vergangenen vier Wochen seit der Versteigerung immer wieder Probleme gegeben. Der Rentner habe diverse Male Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet: "Er kam mit der Situation einfach nicht zurecht." Am Freitag war noch der neue Besitzer (32) mit seinen Kindern vor Ort. Er sei froh, dass sich das Drama nicht da ereignet habe.

Der Sachschaden ist nicht unerheblich: Der Anbau ist unbewohnbar, die Schäden am Vorderhaus müssen noch aufgenommen werden. Die hinteren Wände des Anbaus wurden noch am Nachmittag vom THW abgerissen – wegen der Gefahr für die Nachbarn. Eine Frau (82), die im Vorderhaus gewohnt hatte, wurde bei dem Feuer leicht verletzt, vorsorglich kam sie ins Krankenhaus. Endgültige Gewissheit über die Ursache der Explosion und des Feuers ermittelt die Polizei.