Tödliche Messerattacke: Täter ist weiter auf der Flucht

Eine Ermittlerin steht vor dem Haus an der Katernberger Straße, in dem der tödliche Streit entbrannte. Eine Mordkommission ermittelt nun.
Eine Ermittlerin steht vor dem Haus an der Katernberger Straße, in dem der tödliche Streit entbrannte. Eine Mordkommission ermittelt nun.
Foto: KDF-TV & Picture 2016
Vernehmungen ergeben noch kein Bild über Motiv für Messerattacke in Gelsenkirchener Flüchlingsheim. Staatsanwaltschaft sieht von Öffentlichkeitsfahndung ab.

Gelsenkirchen. Nach dem tödlichen Streit in einer Asylbewerberunterkunft an der Katernberger Straße in Feldmark läuft die Suche nach dem mutmaßlichen Täter. Unbestätigten Berichten zu Folge handelt es sich bei dem Opfer um einen 19-Jährigen Mann aus Marokko, der Täter, ebenfalls 19 Jahre alt, soll aus Nigeria stammen.

Staatsanwältin Valeria Sonntag hat nach den ersten Zeugenaussagen und Befragungen der Anwohner kein klares Bild darüber, was den Streit ausgelöst hatte. Sie bestätigte, dass das Opfer „durch einen Stich in den Halsbereich“ tödlich verletzt wurde. Der Streit war am Montag eskaliert, ein Anrufer hatte gegen 14.30 Uhr der Polizei gemeldet, dass er einen verletzten Mann auf dem Bürgersteig vor der Unterkunft gesehen habe. Der 19-Jährige verstarb wenig später in einem Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft setzt auf „umfangreiche Fahndungsmaßnahmen“, von einer Suche per Foto und Personenbeschreibung sieht sie aber noch ab – die Personalien des Gesuchten sind bekannt.

Hausbetreuer sind Ansprechpartner

Die Stadt unterhält am Standort Feldmark acht Häuser für 123 Asylbewerber. Das betroffene Haus wie ein weiteres wird bald niedergelegt. Derzeit finden vor Ort Modernisierungsmaßnahmen statt. Drei Hausbetreuer sind Ansprechpartner für die Flüchtlinge, auch die Arbeiterwohlfahrt, die dort im Viertel ein Büro unterhält. Die Stadt berücksichtigt bei der Belegung der Quartiere nach Angaben eines Sprechers „Konfliktpotenzial unter den Ethnien“, unterweise die Menschen, wie sie Konflikte vermeiden können, es gebe auch Gefährderansprachen.

Im Juli 2015 hatte es in einer Unterkunft an der Heistraße einen ähnlichen Fall gegeben.

 
 

EURE FAVORITEN