„Terror hat keine Religion“

Auf dem Margarethe-Zingler-Platz fand unter dem Motto Salom-Frieden-Selam ein internationales Friedensfest statt.  Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Auf dem Margarethe-Zingler-Platz fand unter dem Motto Salom-Frieden-Selam ein internationales Friedensfest statt. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
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Gelsenkirchen. Passender hätte das Logo des Gelsenkirchener Friedensfestes nicht sein können: Die Symbole der drei großen Religionen, die in Gelsenkirchen vertreten sind, hängen verbunden an einer Kette und werden getragen von zwei Friedenstauben.

Am Jahrestag der New Yorker Terroranschläge gedachten die hiesigen Vertreter der Jüdischen Gemeinde, der Moscheevereine und den christlichen Kirchen am Sonntag der Opfer vom 11. September 2001. Auf dem Margarethe-Zingler-Platz versammelten sich 150 Menschen, um gemeinsam zu beten und auch um zu feiern.

Mit einer Gedenkminute für die Toten und die Opfer, die unter den Folgen der Anschläge leiden, wurde das Friedensfest eingeleitet. Ein Jahr lang hatte der „Internationale Arbeitskreis Gelsenkirchen“, dem neben den Glaubensgemeinschaften auch die Polizei angehört, an der Gestaltung des Festes gearbeitet. Die lange Vorbereitung war nötig, um alle Religionen gleichberechtigt ins Boot zu holen und kann durchaus als Beleg für den erhöhten Gesprächsbedarf unter den Religionen gewertet werden.

Am Ende stand eine Feier, die dem Anlass und dem Anspruch der Verantwortlichen auf ein friedliches Miteinander in Gelsenkirchen gerecht wurde. Vertreter der Jüdischen Gemeinde, der Moscheevereine sowie der Evangelischen und Katholischen Kirche trugen ihre Gebete vor. Gemeinsam traten die Religionen ebenfalls auf: Kinder und Jugendliche, die dem Judentum, dem Christentum und dem Islam angehören, beteten zusammen für Frieden. Rapper „Sali“ gab seinen Song über Vorurteile und dem Dialog zwischen den Religionen zum Besten, Rosalia Harontzas sang Christina Stürmers „Mama, Ana Ahabak“.

„Der Internationale Arbeitskreis ist ein Ausdruck für die gemeinsamen Anstrengungen“, so Cesur Özkaya, der für die muslimischen Gemeinden ein Grußwort an die Besucher richtete. „Es ist wichtig, klar zu sagen, dass Terror keine Religion hat.“ Genauso nötig sei es aber auch, all denen eine Absage zu erteilen, die den Islam unter Generalverdacht stellen und Ausgrenzung nicht zu zulassen. Özkaya: „Wir müssen verhindern, dass es Terroristen gelingt, die Gesellschaft zu polarisieren und zu spalten.“

Einen ähnlichen Appell richtete Oberbürgermeister Frank Baranowski an die Besucher. Als Landtagsabgeordneter befand sich Baranowski während der Anschläge im Washingtoner Capitol, das ebenfalls als Anschlagziel im Visier stand. Kurz danach machte der Politiker bei einem Flug innerhalb der Staaten diese Erfahrung: „Fluggäste haben die Besatzung davon abgehalten zu starten, bis ein arabisch aussehender Passagier das Flugzeug verlassen hatte.“

 
 

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