Südamerikanischer Zauber in Erle

Karneval beim Rosenmontagszug in Erle steht für ein buntes, ausgelassenes Treiben.
Karneval beim Rosenmontagszug in Erle steht für ein buntes, ausgelassenes Treiben.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.. Die Stimmung unter den Narren entspricht so gar nicht den derzeit frostigen Temperaturen. Sie konnten sich bereits seit Wochen warmschunkeln für den närrischen Festtag, den Rosenmontag.

Am 20. Februar werden fast 1000 aktive Jecken die Cranger Straße in eine bunt schillernde Welt der Fantasie und Ausgelassenheit verwandeln. In dieser Session zum 42. Mal. Und wenn der kalte Ostwind dann auch der Sonne einige Blicke auf das närrische Spektakel gönnt, dann werden sie wieder in Scharen nach Erle kommen.

Gerd Schwenzfeier, Präsident des Festkomitees Gelsenkirchener Karneval, hofft, dass es 100.000 feiernde Besucher sein werden, die sich vom Motto des Karnevals „Mit Lachen und mit Heiterkeit durch die fünfte Jahreszeit“ anstecken lassen.

Südamerikanischer Zauber

Spaß dürften die Besucher nicht nur beim Anblick der Motivwagen, Tanz- und Fußgruppen empfinden. Als ebenso amüsant könnte sich der Wettbewerb um süße Trophäen entpuppen. Immerhin prasseln fast 12 Tonnen Kamelle auf die Narren. Und da sich die Qualität der Bonbons im Lauf der Jahre stetig verbessert hat, lohnt sich das Aufsammeln auch des letzten versteckten Bonbons. Vor der Wende hatten Vereine auch in der ehemaligen DDR Kamelle geordert Doch nicht nur Süßigkeiten lassen die Narren regnen. Besucher können sich auch auf weiche Wurfgeschosse wie Plüschtiere, Bälle oder Blumen einstellen.

Zum ersten Mal mischen sich auch die Jecken vom Pütt unter die Gelsenkirchener Gesellschaften. Gerd Schwenzfeier hat’s insbesondere eine Truppe angetan, die ebenfalls ihre Premiere in Erle feiern wird. „Eine 22-köpfige brasilianische Trommlertruppe mit zwei Tänzerinnen werden sicherlich südamerikanischen Zauber auf der Cranger Straße vermitteln.“

Karikierte Finanzkrise

Musikalische Unterhaltung garantieren auch die Gesellschaften, die fünf Spielmannszüge auf die närrische Reise schicken. Elf Fußgruppen und neun Tanzgarden wollen sich im Rhythmus der musizierenden Jecken bewegen.

Noch wollen die Karnevalsgesellschaften nicht verraten, mit welchen Motiven sie ihre Wagen gestalten. Eine Ausnahme machen da die Erler Funken, die ihr Geheimnis schon vorab lüften. Sie wollen die europäische Finanzkrise närrisch karikieren. Auf ihrem Wagen werden die Euros im wahren Sinne des Wortes verheizt und durch den Kamin geschoben.

Ausgelassene Feier

Doch nicht nur die „professionellen“ Jecken mischen mit. Auch der Schützenkreis, der Reiterverein Gelsenkirchen, der Heart Kick e.V. Arche Noah oder die Eishockeycracks lassen’s auf Motivwagen oder in Fußgruppen närrisch zugehen.

Das Festkomitee indes setzt nicht nur auf närrische Kleidung bei den Gesellschaften. Auch die Jecken am Straßenrand sollen sich so verrückt wie möglich dem ausgelassenen Treiben anpassen. Nicht nur der schönste Motivwagen wird prämiiert. Auch das ausgefallendste Einzelkostüm wie auch die bunteste Gruppe werden gegen 14.30 Uhr vor der Tribüne in Höhe der Sparkasse ausgezeichnet.

Zugleiter Werner Preißler, der den Rosenmontagszug seit 30 Jahren auf die Beine stellt, ist überzeugt, dass auch in diesem Jahr alle Narren ausgelassen feiern können und wieder sicher nach Hause kommen werden. 111 Polizeibeamte und 280 Ordner wachen über Mensch und Material.

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