Sturmtief „Ela“ verwandelt den Gelsenkirchener Süden in einen Urwald

Anne Bolsmann
Das Unwetter am Pfingstmontag hat im Bulmker Park im Süden von Gelsenkirchen schwere Schäden hinterlassen. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es kein Durchkommen mehr.
Das Unwetter am Pfingstmontag hat im Bulmker Park im Süden von Gelsenkirchen schwere Schäden hinterlassen. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es kein Durchkommen mehr.
Foto: WAZ FotoPool
Der Feuerwache an der Wildenbruchstraße flog teilweise das Dach weg, im Bulmker Park gibt es kein Durchkommen mehr. Und Schüler der Lessing-Realschule sehen sich entsetzt den riesigen alten Baum an, der auf ihr Schulgebäude stürzte

Gelsenkirchen. Auch den Süden der Stadt haben die Orkanböen am Pfingstmontag schwer verwüstet. Feuerwehr, Gelsendienste und Technisches Hilfswerk (THW) machten sich am Mittwoch erneut daran, mit vereinten Kräften und Kettensägen die abgebrochenen oder entwurzelten Bäume zu beseitigen. Selbst der Feuerwache an der Wildenbruchstraße hatten die starken Winde Teile des Dachs verweht.

Entlang der Florastraße sah es am Mittwochmorgen noch so aus, als habe King Kong einen Spaziergang gemacht und rechts und links Bäume ausgerissen. Im Laufe des Tages wurden die gröbsten Spuren des Unwetters dann nach und nach beseitigt.

Umgefallene Bäume, abgerissene Baumkronen und heruntergewehte Äste und Blätter hatten den Bulmker Park optisch in einen Urwald verwandelt.

Park wurde fluchtartig verlassen

„Ich lebe hier seit 54 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Ralf Wojciechowski, der mit seinem Fahrrad von der Florastraße aus in Richtung Tossehof fahren wollte. Aber der Weg durch den Park war von Flatterband und quer liegenden Baumstämmen verstellt. „Hier ist kein Durchkommen mehr“, stellte Wojciechowski entsetzt fest.

„Es ist eigentlich ein Wunder, dass es hier am Montag keine Verletzten oder gar Tote gegeben hat. Der Park ist ja in den Abendstunden ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Und die vielen liegengebliebenen Flaschen zeugen davon, dass der Park fluchtartig verlassen wurde“, so der Bulmker.

Ein paar Meter weiter, auf dem Schulhof der Lessing-Realschule an der Grenzstraße, betrachten Nina Ehlert (16) und Chantal Schady (15), beide aus der 9. Klasse, den entwurzelten Baum auf dem Schulhof. „Es ist ja eigentlich schön, ein paar Tage schulfrei zu haben, aber zu sehen, wie ein Baum auf dem Schulgebäude liegt, ist schon krass“, so Chantal. Wie lange das Gebäude nicht betreten werden kann, ist noch unklar. Und dabei sollten eigentlich in diesen letzten Wochen vor den Schulferien noch wichtige Klassenarbeiten geschrieben werden. . .