Strahlendes Musiktheater

Geige spielen kann er auch noch: Bariton Piotr Prochera wurde fünfmal unter die besten drei Nachwuchssänger in NRW gewählt. Foto: Martin Möller
Geige spielen kann er auch noch: Bariton Piotr Prochera wurde fünfmal unter die besten drei Nachwuchssänger in NRW gewählt. Foto: Martin Möller
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Gelsenkirchen..  Und der beste Nachwuchs-Sänger heißt: Piotr Prochera. Gleich fünfmal landete der 30-jährige Bariton bei der Kritikerumfrage NRW 2009/10 des Fachmagazins „Theater pur“ auf den Plätzen eins bis drei.

Wie auch für die abgelaufene Spielzeit das Musiktheater im Revier von fünf Experten in die Top 3 der besten Musiktheater in Nordrhein-Westfalen gewählt wurde.

Der gebürtige Pole Prochera (aus Thorn), der seit der Spielzeit 2008/09 zum Ensemble des Musiktheaters gehört, überzeugte die Kritiker namentlich in seinen Rollen als Papageno in der „Zauberflöte“ und als Robert Cecil in „Gloriana“. Unter den „besten Nachwuchssängerinnen“ wird die junge russische Sopranistin Diana Petrova geführt (für ihre Rolle als Zerbinetta in „Ariadne auf Naxos“.

Brittens Krönungsoper hat dafür gesorgt, dass das MiR im „Ranking“ auch sonst mehrfach unter den drei besten Opernhäusern des Landes gelandet ist: In der Sparte „Wichtigste Wiederentdeckung“ etwa. Und bei „beste Regie“: Hier wird Elisabeth Stöppler, die schon „Peter Grimes“ eingerichtet hat, sogar knapp von hausinterner Konkurrenz geschlagen, von Thilo Reinhard, der mit der Korngold-Oper „Die tote Stadt“ beeindruckte.

Auch die Korngold-Ausstattung von Wilfried Buchholz gehört zum Besten der abgelaufenen Spielzeit; dass MiR-Gast Burkhard Fritz als Paul in der Kategorie „bester Sänger“ ganz vorn landete (u.a. zwei erste Plätze im Ranking), kam wenig überraschend. Überzeugt zeigten sich die Fachkritiker auch von Majken Bjerno (Gloriana und Marietta bei Korngold; beste Sängerin) sowie von Rasmus Baumann, der fünfmal unter die „besten Dirigenten“ gewählt wurde. Große Anerkennung auch für den von Christian Jeub geleiteten Chor des Musiktheaters.

Jede Jahresumfrage des Magazins endet mit der Spalte „Lob & Tadel“. Tadel gibt es keinen, wohl aber, vom Fachblatt „Der Opernfreund“, höchstes „Lob für Intendant Schulz am MiR und immer noch zu ihrem Theater haltende Politiker. Schulz bietet ein anspruchsvolles und dennoch exemplarisch vielfältiges Programm bei kleinem Etat trotz großer Sparzwänge. Das Publikum dankt es ihm.“

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