Starke Kontraste bei Emporenkonzert in Gelsenkirchen

Kirchenmusikdirektor Andreas Fröhling.
Kirchenmusikdirektor Andreas Fröhling.
Foto: WAZ FotoPool
Ungewöhnliche Musikkombination von den frühbarocken „Exequien“ von Heinrich Schütz bis hin zu Tonbandkomposition von Stäbler.

Gelsenkirchen..  Mit einer ungewöhnlichen Musikkombination setzte das Emporenkonzert in der Ückendorfer Nicolai-Kirche am Sonntagabend Akzente: Kirchenmusikdirektor Andreas Fröhling spannte mit dem Programm „Klagen“ den Bogen von den frühbarocken „Exequien“ von Heinrich Schütz, die in den Jahren 1635-1636 entstanden, bis hin zu den zeitgenössischen Klängen von Gerhard Stäblers „Karas.Krähen“ aus dem Jahr 1995 und Michael Gees‘ tagesaktuellen Variationen über das Volkslied „Es ist ein Schnitter, der heißt Tod“.

Als bindendes Glied des Abends fungierten Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“. Wie bereits am Freitag im Bildungszentrum erklang auch hier eine Neubearbeitung des Mahlerschen Werks durch den Niederländer Klaas Hoek, der selbst am Harmonium für neue Klangfarben sorgte – unterstützt von Uta Deilmann an der Harfe und einem wundervoll flexibel agierenden „Satie-Quartett“.

Kindertotenlieder als Bindeglied

Bariton Jens Hamann hauchte den Klageliedern eindrucksvoll Leben ein. Äußerst stimmgewaltig zeigte sich auch die Kantorei an der Nikolai-Kirche, die gemeinsam mit dem Ensemble „Selva Vocale“ die musikalischen Exequien von Heinrich Schütz darbot – mit rundem, satten Klang.

Einen starken Kontrast dazu bildete die Tonbandkomposition von Stäblers „Karas.Krähen“, die in drei Teilen schrill und verstörend ans Ohr drang. In diesen Momenten kam die Lichtregie von Wolfgang Wehlau am besten zur Geltung – und die über dem Kirchenschiff schwebenden Bilder von Dagmar Schenk-Güllich entfalteten ungeahnte Wirkung: Die Essener Malerin hatte sich von Stäblers Komposition inspirieren lassen.

Michael Gees zeigte mit seinen „Veränderungen“ über das Schnitterlied derweil, wie beschwingt selbst Lieder über den Tod klingen können. So setzte sich aus vielen Mosaiksteinen ein sehr stimmiger und kurzweiliger Konzertabend zusammen.

 
 

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