St. Hippolytus will in Seelsorge neue Wege gehen

Haben sich als Freiwilligen-Manager qualifiziert (v.l.): Pastor Bernd Steinrötter, Gemeindereferentin Maria Mauch und Diakon Paul Heselmann.
Haben sich als Freiwilligen-Manager qualifiziert (v.l.): Pastor Bernd Steinrötter, Gemeindereferentin Maria Mauch und Diakon Paul Heselmann.
Foto: Thomas Gödde
  • Pfarrei St. Hippolytus plant ein sozialraumorientiertes Projekt mit Ehrenamtlichen
  • Drei Hauptamtliche haben sich dafür als Freiwilligen-Manager qualifiziert
  • Arbeit soll Anfang 2017 in Neubaugebiet in Beckhausen oder Horst starten

Gelsenkirchen-Horst..  Alles bleibt anders in Zeiten des Umbruchs: Nachdem die Pfarrei St. Hippolytus Ende 2015 die Schließung von St.-Laurentius-Kirche und St.-Marien-Kirche in Horst und Essen-Karnap sowie des Liebfrauen-Gemeindezentrums in Beckhausen verkündet hat, will sie inhaltlich neue Akzente setzen.

„Wir bleiben trotz aller Schwierigkeiten nicht nur vor Ort, sondern wollen einen Perspektivwechsel in der Ehrenamtsarbeit einleiten“, so Pastor Bernd Steinrötter von der Liebfrauen-Gemeinde. Konkret geht es um ein sozialraumorientiertes Projekt in einem Neubaugebiet, das bei den Bedürfnissen der Bewohner ansetzt – und nicht denen der Pfarrei.

Freiwilligen-Manager wollen nun Ehrenamtliche für den Einsatz vor Ort gewinnen

„Früher haben wir Angebote gemacht und gehofft, dass sie auf das Interesse der Menschen vor Ort stoßen. Das war ja nicht falsch, erreicht aber mittlerweile zu wenige. Nun wollen wir verstärkt die Leute im Quartier fragen, wo der Schuh drückt und was sie brauchen“, umreißt Steinrötter das Ziel.

Jede Menge Anregungen hat er sich ebenso wie Gemeindereferentin Maria Mauch und Diakon Paul Heselmann bei einer Fortbildungsmaßnahme des Bistums geholt. Als frisch gekürte „Freiwilligen-Manager“ arbeiten sie nun daran, Ehrenamtliche für das Engagement vor Ort zu gewinnen. „Aber natürlich gehen wir anfangs selbst raus und haken nach, wo es Probleme gibt“, so Diakon Paul Heselmann.

Sozialraum-Projekt will Menschen im Quartier auf Augenhöhe begegnen

Vorrangiges Anliegen sei es nicht, die Menschen zu missionieren und in die Kirchen zu locken, sondern Lebenshilfe in einem umfassenden Sinn anzubieten – falls diese gewünscht wird. „Wenn jemand finanzielle Probleme hat, sind die zuerst dran. Wichtig ist uns, dass wir aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus den Menschen nahe sind und mit ihnen auf Augenhöhe sprechen“, betont Gemeindereferentin Mauch. Für Pastor Steinrötter markiert dies eine Wende zurück zu den Ursprüngen, hin zur Urgemeinde, „in der die Menschen alles miteinander geteilt haben“.

Geplant ist, im ersten Quartal 2017 in einem von mehreren Generationen bewohnten Neubaugebiet der Pfarrei zu beginnen – im Gespräch sind die Siedlung Am Bowengarten in Horst oder im Bereich von Albert-Schweitzer-Straße/Marga-Kersten-Weg/Gerti-Jung-Weg in Beckhausen. Dort sei die Nachbarschaftshilfe noch nicht so ausgeprägt. Die Evangelische Gemeinde Horst sei bereits informiert und stehe dem ökumenisch und interkulturell angelegten Projekt offen gegenüber, auch wenn sie sich derzeit personell nicht engagieren könne.

Ähnlich wie im sozialraumorientierten Projekt in Scholven geht es den Freiwilligen-Managern letztlich darum, Stärken und Fähigkeiten aufzudecken und bei Bedarf zu Veränderungen zu motivieren.

 
 

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