Sparkasse Gelsenkirchen baut ihr Sicherheitssystem aus

Friedhelm Pothoff
Gleiche Vorgehensweise: In Mönchengladbach wurde am 12. Oktober ein Geldautomat gesprengt.
Gleiche Vorgehensweise: In Mönchengladbach wurde am 12. Oktober ein Geldautomat gesprengt.
Foto: dpa
Nach der Sprengung des Geldautomaten in der Resser Mark denkt die Sparkasse Gelsenkirchen über eine Ausweitung ihrer Sicherheitsmaßnahmen nach.

Gelsenkirchen. Auch die Sparkasse Gelsenkirchen wurde nicht verschont. Vergangenen Freitag, morgens um 4 Uhr, holte eine Explosion die Anwohner in der Resser Mark aus dem Schlaf. Unbekannte hatten einen Geldautomaten im Emscherbruch gesprengt. Der Tathergang entspricht einem Schema. Wie an vielen anderen Stellen zuvor wurde auch dieser Automat zunächst mit Gas gefüllt, das dann entzündet wurde.

Den Verantwortlichen bot sich vor Ort ein Bild der Zerstörung. Die Schadenshöhe bezifferte der Vorstandsvorsitzende des Geldinstituts, Bernhard Lukas, gegenüber der WAZ mit rund 80.000 Euro: „Die Hausstatik ist in Ordnung. Der Automat selbst kostet 15.000 Euro, der Rest sind Ausgaben für die notwendigen Handwerkerarbeiten, um alles wieder herzurichten.“

Die Sparkasse Gelsenkirchen steht nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) beileibe nicht allein da. Im Jahr 2015 gab es demnach mehr als 30 Attacken auf Geldautomaten in NRW. Dass es sich nur um eine einzige Bande handelt, glaubt das LKA nicht. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter aus den Niederlanden kommen. Dafür könnte mit Blick auf Gelsenkirchen der Fluchtweg sprechen. Der führte die Unbekannten offenbar über die A2 in Richtung Oberhausen und damit in die grobe Richtung Holland.

Automatenvorräume nachts geschlossen

Einige der ausgeraubten Sparkassen am Niederrhein, die mehrfach schon Opfer von Überfällen wurden, reagierten nun: Sie schließen ihre Automatenvorräume in der Nacht teilweise. Dass dies womöglich mit Serviceeinschränkungen verbunden ist, etwa für Kneipengänger oder Frühaufsteher, die Geld brauchen, liegt auf der Hand.

In Gelsenkirchen denkt die Sparkasse derzeit über diverse Maßnahmen nach. Bernhard Lukas: „Noch in dieser Woche wird ein Streifendienst die Kontrolle an den entlegenen Orten in der Stadt verstärken. Das ist sicher. Ob auch wir nachts die SB-Foyers und SB-Center schließen, ist im Moment noch offen. Derzeit prüfen wir unsere technischen Möglichkeiten und zu welchen Zeiten es so gut wie keine Frequenzen mehr gibt.“

Volksbank Ruhr Mitte reagiert nicht

30 SB-Foyers betreibt die Sparkasse, dazu kommen zwei SB-Center und sechs Automaten, die frei zugänglich montiert sind – 65 Geldautomaten sind es insgesamt im Stadtgebiet. „Klar ist, dass wir nicht die Foyers in den Gebieten schließen können, in denen abends viel los ist und Kunden auf unseren Service setzen“, erläuterte Bernhard Lukas. Außerdem befinde man sich noch in Gesprächen mit den Versicherungen. „Die haben ja auch immer Ideen für Schutzmaßnahmen.“

Die Volksbank Ruhr Mitte betreibt in Gelsenkirchen 22 Geldautomaten, „die alle 24 Stunden geöffnet bleiben“, sagte ein Sprecher der WAZ. Alle seien umbaut, also nicht frei zugänglich. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen würden aktuell nicht geplant. Das vorhandene System wolle man nicht erläutern, halte es aber zum jetzigen Zeitpunkt für gut aufgestellt.