Sonnen über der Stadt

Gelsenkirchen. Natürlich ist Gelsenkirchen dabei, wenn am kommenden Samstag 350 große gelbe Ballons über ehemaligen Schachtstandorten im Ruhrgebiet auf die Bergbau-Geschichte der Region verweisen und auf die Veränderungen vor Ort in den letzten 100 Jahren.

Am 22. Mai, Schlag 12 Uhr, heißt es „Leinen los“. Dann steigen die heliumgefüllten, 3,7 Meter im Durchmesser großen „Schachtzeichen“ an wenigstens 25 Standorten im Stadtgebiet 80 Meter hoch in die Luft – und das geschieht nicht nur an Orten, die noch heute auf den ersten Blick als ehemalige Bergbaustandorte auszumachen sind wie die erhaltenen Anlagen Consolidation 3/4/9, Nordstern 1/2 oder Bergmannsglück.

Die Schachtzeichen markieren auch einige Stätten, die man kaum oder gar nicht mehr mit dem Bergbau in Verbindung bringt. Hand aufs Herz: Welchem Gelsenkirchener ist bewusst, dass direkt neben dem Platz, auf dem heute das Musiktheater steht, einst Schacht Consolidation V lag? Oder dass der Bahnhof nur deshalb dort steht, wo er steht, weil er bewusst neben der ersten fördernden Zeche im damaligen Gelsenkirchen errichtet wurde: Hibernia.

Schachtzeichen-Koordinator Hans-Joachim Siebel vom Kulturhauptstadtbüro Gelsenkirchen hofft, dass auch über dieser entscheidenden „Schlüsselindustrie“ für das moderne Gelsenkirchen (d.h.: über dem Gelände der heutigen Hauptpost) am 22. Mai die Helium-Sonne aufgeht.

Für Hibernia am Rande der Innenstadt, für Ewald 3/4 in Resse und Holland 1/2 mit seinem markanten Doppel-Malakov-Turm haben sich nämlich noch keine Standort-Paten gefunden. Doch Hans-Joachim Siebel ist zuversichtlich, dass es bei der bislang gesicherten Anzahl nicht bleibt. „Wir bleiben bis zur letzten Minute am Ball.“

Die 25 Standort-Paten, die bislang feststehen, haben mehr investieren müssen als die jeweils 5000 Euro für einen Ballon. Denn unter anderem muss gewährleistet sein, dass die gelben Helium-Kugeln vom 22. bis 30. Mai rund um die Uhr bei Wind und Wetter von mindestens zwei Personen betreut werden. Nicht nur, weil Schachtzeichen gasgefüllt und damit potenziell gefährlich sind, bewacht werden müssen. Die Ballons, die tagsüber 80 Meter hoch am Himmel stehen, müssen aus Gründen der Luftverkehrssicherheit ab 20 Uhr auf unter 30 Meter eingeholt werden. Nur am 22. Mai und am Pfingstmontag (24.5.) dürfen die Schachtzeichen, hell angestrahlt, bis Mitternacht ganz hoch oben bleiben. Ohne ein Heer von begeisterten ehrenamtlichen Helfern ist das alles nicht zu bewerkstelligen.

Wir haben sechs Mann zur Bewacher-Schulung nach Essen geschickt“, sagt Simone Buch. Sie gehört zum Team der SG Eintracht, die das Schachtzeichen Rheinelbe 4 betreut. „Und wir haben Glück, dass das Vereinsgelände abschließbar ist, wir uns also versicherungstechnisch auf der sicheren Seite befinden.“ Die Zwei-Mann-Betreuung ist kein Problem, zumal der Platzwart ohnehin täglich da ist; und für eine Nacht ist ein Kinder-Camp geplant, da kann man von einem Bewachungs-Übersoll ausgehen. Von den örtlichen Gegebenheiten profitiert auch die Stadtteiloffensive Ückendorf-aktiv als Pate der ehemaligen Zeche Alma 1/2/5 . Das Schachtzeichen steht über dem Gelände der heutigen Soccerworld, und das ist von 24 bis 8 Uhr ohnehin verriegelt. „Wir haben ständig zwei Mann vor Ort“, sagt Koordinator Jürgen Schweinar, „und einer von denen ist immer ein geschulter Helfer.“

SG Eintracht, Ückendorf-aktiv, der Initiativkreis Bergwerk Consolidation oder die Gemeinschaft Bergmannsglücker Vereine gehören zu den 15 Schachtpaten, deren Engagement mit der Versorgung des Ballons nicht erschöpft ist; die ehrenamtlich und in Eigeninitiative mit Ausstellungen, Stadtteilfesten, mit musikalisch-literarischen Veranstaltungen oder Filmvorführen vom 22. bis 30. Mai ganz besondere Zeichen setzen. Wir werden in der nächsten Woche die täglichen Highlights in Auswahl vorstellen.

Diese Standorte locken vom 22. bis 30. Mai mit umfangreichen Programmen – Ausstellungen, Siedlerfeste, Musikveranstaltungen und Grillfete, Standortbesichtigungen, Kinder- und Kreativaktionen, Kunst- und Trödelmärkte, ja selbst Fußballturniere stehen auf dem Plan.




Zeche Alma 1/2/5 (Almastr. 39). Kontakt: www.ueckendorf-aktiv.de
Zeche Bergmannsglück (Bergmannsglückstr. 42a). Kontakt: gbv-ge.de
Consol 1/6 (Gewerkenstr.).
Consol 2/7 (Magdeburger Str.). Kontakt: www.awo-gelsenkirchen.de
Consol 3/4/9 (Bismarckstr./Consolstr.). Kontakt: www.ib-consolidation.de
Consol 8 - Zeche Oberschuir (Boniverstr.). Kontakt: www.stadtbauraum.nrw.de
Zeche Dahlbusch 2/5/8 (Zechenstr.). Kontakt: www.bergbauhistorischer-verein.de
Graf Bismarck 1/4 (Üchtingstr.). Kontakt: www.sozialwerk-st-georg.de
Graf Bismarck 3 /5 (Nesselrodeweg). Kontakt: www.sozialwerk-st-georg.de
Zeche Hugo 2/5/8 (Brößweg). Kontakt: www.zeche-hugo.de
Zeche Hugo-Ost (Hugo 6). Ressestraße.
Zeche Nordstern 1/2 (Am Bugapark). Kontakt: www.ggw-gelsenkirchen.de
Rheinelbe 4 (Am Luftschacht - Südstadion, Haidekamp 75). Kontakt: www.sg-eintracht-ge.de
Rheinelbe 6 (Am Wissenschaftspark - Munscheidstr.). Kontakt: www.wipage.de
Westerholt 1/2/3 (Egonstr.).
Wilhelmine-Victoria
2/3 (Große Hauwe/Kleine Hauwe).

„Wir haben sechs Mann zur Bewacher-Schulung nach Essen geschickt“, sagt Simone Buch. Sie gehört zum Team der SG Eintracht, die das Schachtzeichen Rheinelbe 4 betreut. „Und wir haben Glück, dass das Vereinsgelände abschließbar ist, wir uns also versicherungstechnisch auf der sicheren Seite befinden.“ Die Zwei-Mann-Betreuung ist kein Problem, zumal der Platzwart ohnehin täglich da ist; und für eine Nacht ist ein Kinder-Camp geplant, da kann man von einem Bewachungs-Übersoll ausgehen. Von den örtlichen Gegebenheiten profitiert auch die Stadtteiloffensive Ückendorf-aktiv als Pate der ehemaligen Zeche Alma 1/2/5 . Das Schachtzeichen steht über dem Gelände der heutigen Soccerworld, und das ist von 24 bis 8 Uhr ohnehin verriegelt. „Wir haben ständig zwei Mann vor Ort“, sagt Koordinator Jürgen Schweinar, „und einer von denen ist immer ein geschulter Helfer.“

SG Eintracht, Ückendorf-aktiv, der Initiativkreis Bergwerk Consolidation oder die Gemeinschaft Bergmannsglücker Vereine gehören zu den 15 Schachtpaten, deren Engagement mit der Versorgung des Ballons nicht erschöpft ist; die ehrenamtlich und in Eigeninitiative mit Ausstellungen, Stadtteilfesten, mit musikalisch-literarischen Veranstaltungen oder Filmvorführen vom 22. bis 30. Mai ganz besondere Zeichen setzen. Wir werden in der nächsten Woche die täglichen Highlights in Auswahl vorstellen.

 
 

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