Gelsenkirchen

So viele Menschen sind seit Januar in Gelsenkirchen als vermisst gemeldet worden – warum fast 90 Prozent davon Kinder und Jugendliche waren

Foto: dpa

Gelsenkirchen. Insgesamt 826 Vermisstenfälle hat es in Gelsenkirchen zwischen dem 1. Januar und dem 1. Oktober 2018 gegeben, wie die Polizei Gelsenkirchen auf Anfrage von DER WESTEN aktuell mitteilt. Ganze 730 Fälle davon waren Jugendliche unter 18 Jahren - der Rest waren Erwachsene (96).

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Doch warum so viele Jugendliche? Dazu sagt Torsten Sziesze von der Polizei Gelsenkirchen: „In einem solchen Alter spielt natürlich der Faktor der Pubertät eine große Rolle. Da spielen die Hormone verrückt und dann bricht man als Jugendlicher schon mal aus.“

„Solche Fälle gehen uns natürlich auch nah, weil viele Kollegen selbst Kinder haben. Man kann verstehen, dass Eltern dann Angst um ihre Kinder haben. Das ist ein sehr sensibles Thema.“ Kinder und Jugendliche würden aber in Regel innerhalb der nächsten Stunden gefunden. Manchmal auch erst nach ein oder zwei Tagen.

Öffentlichkeitsfahndung als letzte Möglichkeit

Vermisstenfälle, die mit Foto gesucht werden, gibt es demnach in Gelsenkirchen aktuell nicht. „Die Öffentlichkeitsfahndung ist die letzte Möglichkeit, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, erklärt Sziesze.

Eine Öffentlichkeitsfahndung muss erst von der Staatsanwaltschaft genehmigt werden, zum Beispiel, wenn der Vermisste in Gefahr ist, weil er Medikamente braucht.

Erwachsene müssen über Standort nicht Rechenschaft ablegen

Bei Erwachsenen geht der Gesetzgeber demnach nicht automatisch von einer Gefahrensituation aus, weil Erwachsene niemandem über ihren Standort Rechenschaft ablegen müssen und sich per Grundgesetz ihren Aufenthaltsort aussuchen dürfen.

Bei Kindern und Jugendlichen geht man schneller von einer Gefährdung aus, deshalb werden sie auch schneller mit dem eigenen Foto gesucht.

 
 

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