Skulptur „Fünf-Flügler“ vor der Neuen Synagoge repariert

Das vor der Neuen Synagoge in Gelsenkirchen zerstörte Kunstwerk "Fünf Flügler" von Jörg Wiele ist mit Reparaturkosten von 2.500 Euro wiederhergestellt. Im Bild vom Donnerstag den 23. Juni 2016 freuen sich vor der kinetischen Arbeit Judith Neuwald-Tasbach (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde) und Elmar Alshut (Vorsitzender des Fördervereins). Von der/den abgebildeten Person/en gibt es eine mündliche Einwilligung in die Verwertung des Fotos im Rahmen der WAZ-Berichterstattung. Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services
Das vor der Neuen Synagoge in Gelsenkirchen zerstörte Kunstwerk "Fünf Flügler" von Jörg Wiele ist mit Reparaturkosten von 2.500 Euro wiederhergestellt. Im Bild vom Donnerstag den 23. Juni 2016 freuen sich vor der kinetischen Arbeit Judith Neuwald-Tasbach (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde) und Elmar Alshut (Vorsitzender des Fördervereins). Von der/den abgebildeten Person/en gibt es eine mündliche Einwilligung in die Verwertung des Fotos im Rahmen der WAZ-Berichterstattung. Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services
Foto: Michael Korte
1200 Euro hat die Instandsetzung der Skulptur vor der Neuen Synagoge gekostet. Das Geld will der Förderverein nun per Crowdfunding einsammeln.

Gelsenkirchen.. Anfang April wurde auf bislang noch unbekannte Weise vor der Neuen Synagoge an der Georgstraße das kinetische Kunstwerk „Fünf-Flügler“ des Düsseldorfer Künstlers Jörg Wiele beschädigt: Die Mitarbeiter der Synagoge bemerkten im unteren Bereich des Kunstwerks eine große Delle.

„Das war schon ein ganz schöner Schock für uns, vor allem, weil wir gar nicht wissen, ob der Schaden durch eine mutwillige Zerstörung oder einen Verkehrsunfall verursacht worden ist“, sagt Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen.

Ab Mittwoch ist die Crowdfunding-Seite freigeschaltet

„Leider gibt es auch keine Videoaufzeichnung des Vorfalls. Wir gehen aber inzwischen davon aus, dass die Delle vielleicht beim Zurücksetzen eines Autos entstanden ist. Unter Umständen hat der Fahrer das dann gar nicht bemerkt“, erzählt Elmar Alshut, der Vorsitzende des Fördervereins „Neue Synagoge Gelsenkirchen e.V.“.

Der Schaden bleibt: „Die Reparatur des Kunstwerkes hat 1200 Euro gekostet. Und dieses Geld muss die Gemeinde irgendwie aufbringen, wir als Förderverein möchten dabei helfen“, betont Alshut. Damit das Geld nicht an anderer Stelle fehlt, möchte der Verein nun per Crowdfunding einen Spendenaufruf starten: Auf der Internetseite vb-ruhrmitte.viele-schaffen-mehr.de unter dem Titel „Reparatur der kinetischen Skulptur „Fünf-Flügler“, die ab Mittwoch freigeschaltet ist. Auch geringe Geldspenden sind möglich.

„Wir gehen diesen Weg, da wir als Förderverein die Jugendarbeit und die Kulturveranstaltungen in der Neuen Synagoge finanziell unterstützen und einfach nicht möchten, dass der Geldbetrag für die Reparatur des Kunstwerkes an anderer Stelle fehlt. Natürlich ist aber auch das Kunstwerk für diese Synagoge sehr wichtig“, so Alshut. Der „Fünf-Flügler“ wurde am 1. Februar 2007 mit dem Neubau der Synagoge eingeweiht.

Hohes Gewicht erschwerte die Restaurierungsarbeiten

Das sieben Meter hohe Kunstwerk ist zwar aus Stahl, Kupfer, Messing, Blei, Kugellager und Blattgold gefertigt, ist aber trotzdem sehr filigran gearbeitet: Fünf fein austarierte schlanke Metallhohlformen schweben und gleiten von Windströmungen angetrieben durch die Luft. Sie sind weisendes Bindeglied zwischen Himmel und Erde, sind Fingerzeige in den Umraum und der universellen spirituellen Weite.

Über die gesamte Länge eines der Flügel liegt ein schmales Band aus goldenen Symbolen. Symbole für Frieden, Glück, Langlebigkeit, Liebe, Schutz, Göttlichkeit und Einheit. Die fünf einzelnen Formteile haben Größen zwischen zwei und vier Metern mit einem Gewicht von rund 200 Kilogramm, was die Reparatur gar nicht so leicht machte. „Ursprünglich hatten wir gedacht, das ganze Objekt müsste wieder zum Künstler nach Düsseldorf transportiert werden, dann hätte die Reparatur mindestens 2500 Euro gekostet. Zum Glück konnte die Skulptur aber direkt vor Ort auseinandergebaut werden. Da sie so schwer ist, wurde allerdings ein Hubsteiger benötigt. Jörg Wiele hat den Sockel von innen wieder ausgebeult“, erklärt Judith Neuwald-Tasbach. Gemeinsam mit dem Förderverein hoffen sie und ihre Gemeinde nun auf zahlreiche Spender.

 
 

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