Gelsenkirchen

Sicher und sauber soll Schalke sein

Älter werden in Schalke - Einladung zur 6. Konferenz am Donnerstag, 24.05.2012 in der AWO-Begegnungsstätte an der Grenzstraße in Gelsenkirchen-Schalke. Bild zeigt die Teilnehmer eines Workshops, dessen Ergebnisse später der größeren Gruppe vorgestellt werden.
Älter werden in Schalke - Einladung zur 6. Konferenz am Donnerstag, 24.05.2012 in der AWO-Begegnungsstätte an der Grenzstraße in Gelsenkirchen-Schalke. Bild zeigt die Teilnehmer eines Workshops, dessen Ergebnisse später der größeren Gruppe vorgestellt werden.
Foto: WAZ FotoPool
Ältere Bewohner im Stadtteil Schalke wollen ihren Wohnbereich verschönern. In Spaziergängen machen sie sich ein Bild über die Mängel in ihrem Wohnquartier.

Gelsenkirchen. Geduld, Ausdauer und ein wachsames Auge zeichnet sie aus: ältere Bewohner in Schalke, die sich ihr Quartier als lebens- und liebenswerten Wohnraum wünschen. Teilnehmer des Projekts „Lebensqualität Älterer im Wohngebiet Schalke“ hatten sich auf den Weg gemacht, um Mängel, aber auch schöne Seiten zu entdecken. Bereits zum 6. Mal trafen sich die kritischen Spaziergänger zu einer Konferenz, um die Erkenntnisse für eine bessere Gestaltung des Stadtteils auszuwerten.

Hinter dem Forschungsprojekt steckt das Ziel, eine Beteiligungskultur zu erreichen, die Bürger animiert, sich stärker einzumischen, wenn es um die Entwicklung ihres Stadtteils geht. Professor Harald Rüßler, Professor für Sozialwissenschaften an der FH Dortmund, bezeichnet Schalke wegen seiner Altersstruktur und des Migrationsanteils als typisches Stück Ruhrgebiet. Er sieht die Stadt, die als Kooperationspartner mit im Boot sitzt, bundesweit führend in Fragen der Beteiligung von Senioren bei der Verbesserung des Stadtbildes.

Schon beim Start des Projekts im Mai 2010 wurde bei einer Befragung von 1000 Senioren deutlich, wo die Brennpunkte liegen, was für sie bedeutend ist. Sicherheit und Sauberkeit war für mehr als jeden vierten das wichtigste Merkmal. Jeder fünfte gab Wohnen und Wohnumfeld als bedeutendstes Kriterium fürs Wohlbefinden an.

Zusammenleben

Mobilität und Verkehrssicherheit sehen 12 Prozent als Voraussetzung für zufriedenes Stadtteilleben. Gemeinsames Zusammenleben erschien mit 8,7 Prozent offensichtlich weniger wichtig. Was nicht heißen muss, dass es nicht gewollt ist. Die Forscher sehen auch die andere Möglichkeit: Zusammenleben sei für viele deshalb kein Thema, weil es zu funktionieren scheine. Allerdings war in der Konferenz auch zu hören, dass man sich über Migrantenfamilien beklagte, die sich nur schwer Hausordnungen anpassen könnten.

Müll längs der Grenzstraße wie auch an der Overwegstraße ist offensichtlich ein Dauerärgernis für viele Bewohner. Der Begriff Sauberkeit sei moralisch abgeflacht. Anwohner stört es, dass Jugendliche auf dem Spielplatz an der Wilhelminenstraße gegen den Ball treten. Dabei ist der Schürenkamp ganz in der Nähe.

Hilfe für Mobilität im Zusammenhang mit der Berliner Brücke erwarten die Senioren von der Bogestra. Die Gesellschaft sollte Senioren für eine Haltestelle von der Grillostraße bis zur Berliner Brücke kostenlos befördern. Ein Haltverbot fordern die Senioren an der Ecke Grenz-/Schalker Straße. Eine Lösung wünschen sich die Bewohner auch für den Parkplatz an der Gewerkenstraße. Bis zu sieben parkende Lkw machten an Wochenenden eine Spur dicht.

Als zentralen Kommunikationstreff für Informationen und Gedankenaustausch sehen die Bewohner das Awo-Zentrum an der Grenzstraße. Ein weiterer Vorschlag: Auch Haus Eintracht – im Besitz der Kirche – sollte sich für ein breites Publikum öffnen. Auf der Wunschliste steht auch ein neuer Pächter für die Traditionsgaststätte Görsmeier. Der frühere Wirt hatte nicht nur den Hahn abgestellt, sondern gleich die gesamten Sparkästen geplündert. Defizite sehen die Teilnehmer in der öffentlichen Wahrnehmung des Seniorenratgebers. Der städtische Seniorenbeauftragte Dr. Wilfried Reckert soll in einem Info-Schreiben für Aufklärung und Verbreitung sorgen.

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