Schulgottesdienst in Moschee beschäftigt Politik

Die Moschee an der Kesselstraße in  Bulmke.
Die Moschee an der Kesselstraße in Bulmke.
Foto: WAZ

Gelsenkirchen. Dieser Einschulungsgottesdienst hatte den SPD-Stadtverordneten Albert Ude stutzig gemacht und ihn zu einer Anfrage im Bildungsausschuss veranlasst:

Die Feier für die Erstklässler der Gemeinschaftsgrundschule an der Wanner Straße fand 2011 nämlich in der Moschee an der Kesselstraße statt. Die Verwaltung recherchierte – und in der jüngsten Sitzung des Gremiums am Donnerstag gab es Antworten. Demnach sei die Vorbereitungszeit für den Einschulungs-Gottesdienst wegen der Einführung des „Gemeinsamen Unterrichts“ so verdichtet, dass man gerne die Einladung der Moschee angenommen habe.

Die türkische Ansprache zur Feier sei in Teilen ins Deutsche übersetzt worden. Von insgesamt 140 angemeldeten Kindern gehören 83 dem islamischen Glauben an, lediglich 26 Kinder sind getauft. Soweit die Fakten. Schulamtsdirektorin Sabine Metelmann, die weitergehend geforscht hatte, formulierte ihre Kritik behutsam: „Wir befinden uns auf einem sehr, sehr schmalen Grat, was diese Veranstaltung angeht.“

Einschulungsfeiern müssen in deutscher Sprache gehalten werden

Grundsätzlich müssten Einschulungsfeiern in deutscher Sprache gehalten werden. Bei Nutzung anderer Örtlichkeiten als einer Kirche sollten auf jeden Fall Amtsträger der anderen Konfessionen an der Feier teilnehmen, Kinder und Eltern müsse der Besuch der Feier freigestellt sein. Ein Ausschussvertreter gab später zu bedenken, dass die Moschee Milli Görüs gehöre. Wobei es sich, das zum Hintergrund, um eine in Deutschland äußerst umstrittene islamistische Organisation handelt.

Unbestritten positiv ist die Entwicklung der Leselernhelfer Mentor e.V. Der im November 2010 gegründete Verein schreibt sich bekanntlich auf die Fahne, durch den Einsatz ehrenamtlicher Mentoren die Sprach- und Lesekompetenz von Grundschulkindern zu fördern. „In der Eins-zu-Eins-Betreuung funktioniert das am besten“, berichtete Marion Veit, die den Einsatz der Leselernhelfer koordiniert. Aus zurzeit 60 Ehrenamtlichen sollen im Sommer 100 Mentoren geworden sein, wünscht sie sich. Und setzte noch nach, welche Einsatzgebiete dringenden Mentor-Bedarf haben: „Im Süden brennt’s“.

Haushalt gibt Mittel nicht her

Auch die Gesamtschule Berger Feld stand einmal mehr als Diskussionsthema an. Ausschussvorsitzender Markus Karl (CDU) sprach den dringenden Sanierungsbedarf dieser für Gelsenkirchen so wichtigen Schule, designierte Sportschule NRW, an. Als Sport-Elite-Schule müsse die Einrichtung am Standort Berger Feld bleiben, sagte Stadtrat Dr. Manfred Beck. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Vielleicht sanieren, vielleicht neu bauen?“ Beck nannte auch gleich die Bremse für jede wie auch immer geartete Lösung: Der Haushalt gibt die notwendigen Mittel nicht her. Warum der Sanierungsbedarf so groß sei? Beck formulierte es so: „Es gab mal einen Bürgermeister, der darüber nachdachte, den Standort Berger Feld aufzugeben. Das war drin in den Köpfen der Verwaltung und der Grund für zögerliche Investitionen.“

 
 

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