Schritte in die Selbstständigkeit

Das Sozialwerk St. Georg hat das ehemalige Restaurant „Ess 04“ übernommen und führt das Lokal, das unmittelbar an die Reha-Klinik Medicos grenzt, nun als integrativen Betrieb unter dem Namen "Bistro Auf Schalke ". Neben den vom Vorgänger übernommenen professionellen Personal arbeiten nun auch Menschen mit Behinderungen in Küche und Service. Zum Bistro-Team gehören (v.l.) Andrea Felfe, Christa Zander und Claudia Konrad.
Das Sozialwerk St. Georg hat das ehemalige Restaurant „Ess 04“ übernommen und führt das Lokal, das unmittelbar an die Reha-Klinik Medicos grenzt, nun als integrativen Betrieb unter dem Namen "Bistro Auf Schalke ". Neben den vom Vorgänger übernommenen professionellen Personal arbeiten nun auch Menschen mit Behinderungen in Küche und Service. Zum Bistro-Team gehören (v.l.) Andrea Felfe, Christa Zander und Claudia Konrad.
Foto: WAZ

Gelsenkirchen. Am Tag eins im Bistro „Auf Schalke“, das bis vor zwei Tagen noch „Ess 04“ hieß, steuert der erste Gast schon um zehn Minuten nach Elf das Mittagsbuffet an. Essensausgabe ist zwar erst in 20 Minuten, doch die Bedienung steht schon startklar hinterm Tresen. Für sie bedeutet der Arbeitsplatz im „Bistro Auf Schalke“ eine größere Herausforderung als für manchen anderen. Die vier Frauen und Männer sind gehandicapt und haben bislang in Werkstätten für Behinderte gearbeitet.

Dass sie ab dem 1. Oktober in direkter Nachbarschaft zum Schalke-Stadion arbeiten, ist Ziel eines Integrationsprojektes, das Nicolaus Hüssen und Adrian van Eyk schon seit Juli 2011 in Planung haben. So lange verfolgten der Geschäftsführer von Medicos und der Geschäftsführer des Sozialwerks St. Georg den Plan, Menschen mit Behinderungen in dem Restaurant „Auf Schalke“ einzusetzen und ihnen einen „richtigen“ Arbeitsplatz zu bieten. „Wir fanden die Idee charmant, ein Integrationsunternehmen einzubinden“, sagt Nicolaus Hüssen.

An Spieltagen ist die Bude voll

Das Sozialwerk St. Georg, Pächterin des Bistros, hat im Bistro acht neue „richtige“ Arbeitsplätze geschaffen. Vier Mitarbeiter kommen, wie gesagt, aus den Emscher- und Gelsenwerkstätten. Drei wurden von der Arbeitsagentur vermittelt und ein junger Mann absolviert eine Ausbildung als Beikoch. Das Bestandspersonal, das bisher im „Ess 04“ arbeitete, wurde übernommen.

„Für die Mitarbeiter, die nicht bis zur Rente in einer Behindertenwerkstatt arbeiten wollen, ist das Bistro eine berufliche Perspektive“, sagt van Eyk. In den Emscherwerkstätten wurden die Servicekräfte im Vorfeld geschult und trainiert. Schließlich geht es nicht nur um das Servieren, Auf- und und Abdecken, sondern für den Erfolg müssen die Mitarbeiter auch zuverlässig und kritikfähig sein.

Bewährungsprobe am Samstag

In Gelsenkirchen ist die Idee, behinderte Menschen im Service-Bereich einzusetzen, nicht neu. Das Café im Nordsternpark und das Café „LebensArt“ sind erfolgreiche Beispiele. „Deswegen denken wir, dass die Gäste dem Konzept sehr aufgeschlossen gegenüber sind“, hofft Karin Stäritz, Koordinatorin des Projektes.

Die Gäste sind Patienten des Reha-Centers Medicos, Mitarbeiter des Bundesligisten, Stadionbesucher und Gesellschaften. An Spieltagen auf Schalke ist das Bistro natürlich geöffnet. „Erfahrungsgemäß ist dann die Bude voll“, weiß Nicolaus Hüssen. Die erste Bewährungsprobe ist am kommenden Samstag. Dann kickt Schalke gegen Augsburg. Die neuen Mitarbeiter sind gespannt, aber auch ein bisschen stolz. Wer kann schon sagen, dass er seinen Arbeitsplatz „Auf Schalke“ hat.

 
 

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