Schauspieler Dogan Padar aus Buer drehte für Tatort Kiel

Seit zwei Jahren lebt der Fernsehschauspieler Dogan Erdogan Padar in Gelsenkirchen. Sein Lieblingsort in der Stadt ist Schloss Berge.
Seit zwei Jahren lebt der Fernsehschauspieler Dogan Erdogan Padar in Gelsenkirchen. Sein Lieblingsort in der Stadt ist Schloss Berge.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Dogan Erdogan Padar hat kürzlich eine Episodenrolle im Tatort Kiel abgedreht. Der Schauspieler wohnt seit zwei Jahren in Gelasenkirchen-Buer.

Gelsenkirchen.. Die Parkanlage von Schloss Berge war das Erste, was Dogan Erdogan Padar von Gelsenkirchen sah. Er verliebte sich direkt in die Grünfläche mit großem See und zog vor zwei Jahren mit seiner Freundin aus Hamm hierher.

Der 28-Jährige ist Schauspieler. Kürzlich hat er acht Tage lang für den Tatort Kiel gedreht – dort spielt er Hasim Mahdi, eine der Episodenrollen. Der Tatort trägt den Titel „Borowski und das verlorene Mädchen“ und ist Padars bislang größtes Engagement. Ein Glücksgriff, sagt Padar heute – obwohl er anfangs skeptisch gewesen sei, nachdem er das Drehbuch las. „Weil das Thema so schwierig war“, erklärt er. Es geht um eine 17-jährige Schülerin, die ihren Bruder des Mordes bezichtigt. Das Mädchen ist zum Islam konvertiert, Padar spielt einen der Anführer in der islamistischen Sekte.

Jobben im väterlichen Betrieb

Dogan Padar hat sein Fachabi in Hamm gemacht, dort danach länger im Betrieb seines Vaters gearbeitet, der Naturdärme für die Lebensmittelbranche verarbeitet. Geschauspielert hingegen habe er bis dahin nie. „Ich war aber schon immer kreativ, habe Musik gemacht. Und ich wollte schon immer im Mittelpunkt, ich war eine Rampensau“, sagt Padar. Er lacht viel, während er seine Geschichte bei dem Treffen im Park von Schloss Berge erzählt.

Dass Padar schließlich an einer privaten Filmhochschule in Köln studierte, war eine Nacht-und-Nebel-Aktion. Spontan hat er sich an der „Film Acting School Cologne“ beworben, schon einen Tag später kam die Einladung zum Casting in Köln. Völlig ohne Vorbereitung ging Padar dort hin – nach fünf Stunden bekam er die Zusage der Ausbilder. Er lernte das Handwerk mit neun weiteren Schülern und stellte dabei fest: „Ich war schon immer Schauspieler und habe es erst an der Schauspielschule gemerkt.“ Besonders das Fach Öffnungsarbeit habe ihn geprägt. Um seine Gefühle darstellen zu können, müsse man sich ständig zerreißen und dann wieder neu aufbauen, sagt Padar.

Ausbildungsabbruch nach 15 Monaten

Nach 15 Monaten musste der Schauspieler die teure Ausbildung abbrechen – weil das Geld schlussendlich fehlte. Erst ging es zurück in den väterlichen Betrieb, Padar suchte nach einer Agentur, fand lange nicht die richtige, war ziellos. Der Umzug nach Gelsenkirchen kam, weil seine Freundin eine Ausbildung hier begann. Und der war, so sagt der Schauspieler selbst, seine Rettung. „Hamm hat mich eingeschränkt. In Gelsenkirchen habe ich mich gesammelt, seit ich hier bin, komme ich gut voran.“ Schloss Berge, dieser Ort sei ein ganz besonderer für ihn. „Ich war hier, wenn es mir gut ging, ich war hier, wenn es mir schlecht ging.“

Im Mai vergangenen Jahres fand Padar schließlich eine Schauspiel-Agentur, hat nun zwei bis drei Castings im Monat.

Der Schauspieler führt auch Regie

Wenn Dogan Padar nicht vor der Kamera steht, dann ist er oft auch hinter ihr kreativ. Er gehört zum Team von Moonlight Pictures, einer Filmproduktion, die ihren Sitz in Duisburg hat und „zwei bis drei Kurzfilme pro Jahr dreht“, wie Padar sagt. Mal schreibt er ein Drehbuch, mal führt er Regie, macht die Kamera oder das Licht. Andere Male spielt er selbst. „Die Mischung macht’s“, sagt Padar. Und fügt hinzu: „Mit der eigenen Produktion kann ich auch mal Konny sein.“ Und eben nicht immer nur Ali oder Cem. Auf türkische Stereotypen wird Padar meistens gecastet – beim Kieler Tatort wird er als Hasim Mahdi einen dichten Vollbart tragen, in der TV-Serie „Danni Lowinski“ war er Mahmut, im TV-Film „Die Liebesfalle“ flimmerte er als Güven Eren über den Bildschirm.

Bald, da wird Dogan Padar eine Webserie für den Fernsehsender „nrwision“ drehen. Sie soll in Gelsenkirchen spielen. Denn, so findet Padar: „Die Stadt bietet viele schöne Motive.“

 
 

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