„Rotthausen ist ein Dorf“

Leserbeiratsmitglied Heinz-Günter Iwannek (64) auf einem Spaziergang durch sein Quartier in Gelsenkirchen - Rotthausen. Besonders freut er sich über die blühenden Bepflanzungen der Hochbeete an der Karl-Meyer-Straße.
Leserbeiratsmitglied Heinz-Günter Iwannek (64) auf einem Spaziergang durch sein Quartier in Gelsenkirchen - Rotthausen. Besonders freut er sich über die blühenden Bepflanzungen der Hochbeete an der Karl-Meyer-Straße.
Foto: WAZ
Ein Bummel mit Hans-Günter Iwannek durch sein Quartier ist ein Spaziergang mit vielen Stopps.

Gelsenkirchen. „Na, wie laufen die Geschäfte denn so?“ „Mensch, Sie haben ja eine neue Werbetafel aufgestellt, sieht toll aus!“ Ein Bummel mit WAZ-Leserbeirat Hans-Günter Iwannek durch sein Quartier ist ein Spaziergang mit vielen Stopps.

Denn Iwannek kennt Hinz und Kunz und fast jeder kennt ihn. So ein Spaziergang wirkt ein wenig wie der mit einem alt gedienten Bezirksbürgermeister, mit einem Urgestein.

Dabei nennt sich der 64-Jährige selbst „nur einen Zugereisten“. Kaum zu glauben, wenn man hört, wie ausgezeichnet sich Iwannek in seinem Rotthausen auskennt. Und wenn man weiß, wie sehr er diesen Stadtteil liebt und sich für die Belange der Menschen engagiert. Denn Hans-Günter Iwannek wurde nicht auf Kohle geboren, auch wenn er heute längst einer der intimen Kenner der Bergbaugeschichte Gelsenkirchens ist. Der Rentner stammt aus dem Norden, aus der Nähe von Hamburg, wuchs aber in Gelsenkirchen auf. Vor sieben Jahren zog er in sein Viertel, ist verheiratet mit einer waschechten Rotthauserin.

Herzstück Einkaufsmeile

Ein Spaziergang mit Hans-Günter Iwannek beginnt im Herzen des Stadtteils, mitten auf der Einkaufsmeile der Karl-Meyer-Straße. Während hier zu den Hauptgeschäftszeiten kaum ein freier Parkplatz zu ergattern ist, herrscht in der Mittagszeit wohltuende Ruhe und Gelassenheit. Treffpunkt ist die Bäckerei Gatenbröcker, eine Anlaufstelle für all die, die sich mal kurz auf einen Plausch sehen wollen. Dafür hat sich diese Straße eigens aufgehübscht mit fünf sommerlich bunt bepflanzten Hochbeeten. Bestückt werden diese Schmuckstücke vom Rotthauser Forum, einem Netzwerk von Geschäfts- und Privatleuten, und gepflegt werden die Beete durch Schüler des Fördersystems. Darauf ist Iwannek besonders stolz: „Das funktioniert, denn die Schüler passen auf, dass es hier keinen Vandalismus gibt.“

Überhaupt, die Jugendlichen: Die bindet der Stadtteil noch an einer weiteren Stelle vorbildlich ins Quartiergeschehen ein. Hierher, in den Schülershop an der Rotthauser Straße, führt der Leserbeirat Besucher ebenfalls gerne: „Weil sich hier Bürger engagieren. Zum Beispiel stellt der Eigentümer das Ladenlokal kostenlos zu Verfügung, andere spenden Sachen.“

Hier können sich Schüler im Berufsalltag erproben, Waren annehmen, sortieren, verkaufen. Lehrerin Angelika Busch von der Hauptschule Am Dahlbusch unterstützt das Projekt: „Wir haben sogar viele Stammkunden hier.“ Iwannek gehört dazu, natürlich. Schließlich gehört er zu den Mitbegründern der Bergbausammlung Rotthausen an der Belforter Straße 20: „Da entdecke ich im Schülershop immer mal alte Schätzchen für die Sammlung.“ Echte architektonische Schätze, auch auf die macht Iwannek aufmerksam: Es sind vor allem Häuser aus der Zeit, als der Bergbau noch blühte.

 
 

EURE FAVORITEN