Gelsenkirchen

Rock Hard 2019 in Gelsenkirchen: Wie die Besucher dem Namen des Festivals alle Ehre machten

Anthrax zählten beim diesjährigen Rock-Hard-Festival zu den Top Acts.
Anthrax zählten beim diesjährigen Rock-Hard-Festival zu den Top Acts.
Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen. Am Pfingstwochenende strömten mal wieder tausende Besucher zum Rock Hard Festival nach Gelsenkirchen. Aufgrund der widrigen Wetterbedingungen war das Rock/Metal-Festival in diesem Jahr nun wahrlich nur etwas für Hartgesottene.

Am Freitagnachmittag, kurz nachdem das Festival seinen Startschuss gegeben hatte, stattete bereits die erste kleine Unwetterfront dem Gelsenkirchener Nordsternpark einen Besuch ab. Den Besuchern war’s egal. Sie ließen sich von der kurzen, aber heftigen Regenschauer nicht entmutigen und feierten ausgelassen zu den Klängen von den Tygers of Pan Tang oder Lizzy Borden.

Rock Hard: Watain als Highlight des ersten Tages

Den Höhepunkt des ersten Festival-Tages bildete der Auftritt von Watain. Im Gegensatz zu mancher Mode-Erscheinung in der Black-Metal-Szene meinen Sänger Erik Danielsson und seine Band-Kollegen es mit der Teufelsanbetung tatsächlich ernst. Das spiegelte sich auch am Freitagabend im düsteren und detailverliebten Bühnenset wieder.

Musikalisch gab’s von den Jungs aus Uppsala typisch schwedischen Black Metal, der dem Lo-Fi-Sound des True Norwegian Black Metal eine feine Prise Melodik untermischt. Der Auftritt zog die anwesenden Watain-Fans derart in seinen Bann, dass die Fans sich auch von den unangebrachten Moshpits nicht aus der Ruhe bringen ließen.

Starkes Unwetter in erster Nacht

Deutlich mehr Unruhe bescherte den Besuchern hingegen ein starkes Unwetter in der Nacht zu Samstag. Einige Zelte wurden auf dem Campingplatz vom Sturm zerfetzt. Auch weil die Security-Mitarbeiter alle zeltenden Besucher rechtzeitig über das Unwetter informiert hatten, wurde niemand verletzt, und der Sachschaden hielt sich in einem überschaubaren Rahmen auf.

Und auch wenn der Samstag windig und verregnet blieb: Die Besucher im Amphitheater rockten weiter hart. Dem Unwetter-Tief setzten am Samstag vor allem die Urgesteine von Skid Row und Gamma Ray ein Stimmungs-Hoch entgegen.

Possessed und Anthrax zum krönenden Abschluss

Immerhin: Am Sonntag spielte dann auch endlich das Wetter mit. Und zum Abschluss sollte das Auditorium im Amphitheater noch mal richtig brodeln.

Am frühen Abend gab’s zunächst derben Death Metal von Possessed. Dabei wurde Sänger Jeff Becerra für viele Besucher zum heimlichen Helden des Festivals. Der Frontmann wurde vor 26 Jahren auf offener Straße überfallen und angeschossen. Seitdem sitzt Becerra im Rollstuhl. Das hält den mittlerweile 50-Jährigen aber nicht davon ab, mit seiner Band um die Welt zu reisen und von Auftritt zu Auftritt zu ziehen.

Ein würdiges Finale boten Anthrax, die neben Metallica, Megadeth und Slayer in der Reihe der „Big Four“ des Thrash Metal gelistet werden. Mit „Indians“, einem ihrer bekanntesten Lieder, entließen die Metal-Legenden die Besucher und entfachten bei manch einem Gast bereits mächtig Vorfreude aufs Rock Hard 2020.

 
 

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