Risse im Gebäude - Statiker sperrt Säle im Amtsgericht Gelsenkirchen

Jörn Stender
Die zehn Verhandlungssäle des Amtsgerichts Gelsenkirchen sind vorerst nicht zu nutzen. Sitzungen sollen zum teil in den Büros der Richter stattfinden.
Die zehn Verhandlungssäle des Amtsgerichts Gelsenkirchen sind vorerst nicht zu nutzen. Sitzungen sollen zum teil in den Büros der Richter stattfinden.
Foto: WAZ FotoPool
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb hat am Mittwoch große Teile des Amtsgerichts Gelsenkirchen geschlossen. Denn der Altbau birgt ein Sicherheitsrisiko. In dem Gebäude gibt es erhebliche Risse. Nun läuft das Amtsgericht auf Notbetrieb, einige Verhandlungen finden in den Dienstzimmern der Richter statt.

Gelsenkirchen. 30 Mitarbeiter-Büros, die Dienstwohnung des Hausmeisters und die zehn Sitzungssäle des Amtsgerichts Gelsenkirchen sind bis auf weiteres nicht mehr zu nutzen. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen hat Mittwoch den Altbau des Komplexes an der Overwegstraße 35 stillgelegt, nachdem sich im Gebäude erhebliche Risse gezeigt hatten.

Bürokräfte wurden darauf zusammen gelegt, der Hausmeister ins Hotel ausquartiert, auch der Sitzungsbetrieb soll weitgehend aufrecht erhalten bleiben, kündigt Amtsgericht-Direktor Jost-Michael Kausträter an. „Die anberaumten Verhandlungen in den Familien- und Zivilsachen werden zunächst auf den Dienstzimmern der Richter stattfinden.

Risse standen schon länger unter Beobachtung

Strafsachen werden vorerst möglichst in benachbarten Amtsgerichten in Buer, Essen-Borbeck und -Steele verhandelt“. Verfahrensbeteiligte und Zeugen würden entsprechend benachrichtigt. Die ebenfalls von der Stilllegung betroffene Rechtsantragsstelle sowie das Grundbuchamt und die Nachlassabteilung werden laut Kausträter ins Hauptgebäude des Amtsgerichts verlegt.

Der Altbau wurde nach dem Ersten Weltkrieg errichtet. Die Risse standen schon länger unter Beobachtung. „Seit einem Jahr hat ein Statiker das Gebäude immer wieder in Augenschein genommen.“ Erste bauliche Maßnahmen, zum Beispiel Stützen im Kellerbereich, zeigten offenbar wenig Wirkung. Kausträter: „Mittwoch wurden weitere Risse festgestellt.“

Riskante Situation

Die Situation schien plötzlich riskant, Sitzungen wurden unterbrochen, das Gebäude geräumt. Das Amtsgericht läuft nun auf Notbetrieb. In den nächsten beiden Wochen soll nun von Experten geprüft werden, ob ein Weiterbetrieb des Gebäudeteils mit weiteren Sicherungsmaßnahmen möglich ist.

Das Amtsgericht hat eine Info-Hotline eingerichtet – täglich von 8 bis 18 Uhr unter Telefon: 0209 -1791 100.