Riesenbeifall im Consol Theater

Premiere des Live-Hörspiels "Plascha" v.links : Ela Özdemir (9 J.) spricht Plascha, mit der Autorin Inge Meyer Dietrich.
Premiere des Live-Hörspiels "Plascha" v.links : Ela Özdemir (9 J.) spricht Plascha, mit der Autorin Inge Meyer Dietrich.
Foto: WAZFotoPool
Mit Riesenbeifall wurde am Samstag die Premiere von „Plascha“ als Live-Hörspiel im Consol Theater gefeiert. Damit wurde gleichzeitig das 4. Erzählfestival eröffnet. Mit „Plascha“-Autorin Inge Meyer-Dietrich sprach WAZ-Mitarbeiterin Kerstin Halstenbach.

Gelsenkirchen.. Mit Riesenbeifall wurde am Samstag die Premiere von „Plascha“ als Live-Hörspiel im Consol Theater gefeiert. Damit wurde gleichzeitig das 4. Erzählfestival eröffnet. Mit „Plascha“-Autorin Inge Meyer-Dietrich sprach WAZ-Mitarbeiterin Kerstin Halstenbach.

Frau Meyer-Dietrich, da schnappt sich das Consol Theater Ihren preisgekrönten Roman und macht daraus etwas Neues. Wie hat Ihnen das gefallen?

Inge Meyer-Dietrich: Ich bin ganz begeistert. Ich hatte nicht erwartet, dass aus dem doch umfangreichen und komplexen Roman so ein neues, stimmiges Ganzes geworden ist. Das Ensemble war richtig toll. Die Inszenierung hat mich sehr berührt. Ich finde, sie gibt ein authentisches Bild wieder, wie das Ruhrgebiet vor hundert Jahren war. „Plascha“ gibt Antworten auf existenzielle Fragen: Krieg ist sinnlos. Andere Bevölkerungsgruppen auszugrenzen, auch. In „Plascha“ schaffen es deutsche und die Kinder polnischer Einwanderer nach durchaus harten Auseinandersetzungen, sich näher zu kommen und in Frieden miteinander zu leben.

Ihr Eindruck heute?

Meyer-Dietrich: Ich gehe oft in Schulen und habe den Eindruck, dass Kinder und Jugendliche viel besser miteinander auskommen als Erwachsene. Denen fehlen oft Sprachkenntnisse, besonders den Müttern, und sie haben mit kulturellen Unterschieden mehr zu kämpfen als Kinder.

Warum schreiben Sie eher für junge Menschen und Kinder als für Erwachsene?

Meyer-Dietrich: Ich schreibe mehr für sie, weil junge Menschen offen sind, Fragen haben und aufgeschlossen sind. Es macht Spaß, für Kinder und Jugendliche zu schreiben. Ich erzähle einfach gerne Geschichten.

Was macht für Sie Gelsenkirchen einzigartig?

Meyer-Dietrich: Rund die Hälfte meines Lebens habe ich woanders gelebt, in Bonn, in Essen und in Süddeutschland, beispielsweise. In Gelsenkirchen lebe ich seit 1987 und es gefällt mir deshalb so gut, weil hier eine gewisse Offenheit herrscht. Gelsenkirchener sind unkompliziert. Überhaupt liebe ich das Ruhrgebiet.

Natürlich zum Schluss die Frage: Woran arbeiten Sie aktuell?

Meyer-Dietrich: An zwei Sachen gleichzeitig: Im Ravensberger Verlag wird von mir zusammen mit meiner ältesten Tochter Anja Kiel, mit der ich zusammen 2010 „Die Hüter des Schwarzen Goldes“ herausgebracht habe, unser Roman „Ein Stern für Finja“ erscheinen. Außerdem bin ich eine der acht Autoren und Autorinnen aus acht verschiedenen europäischen Ländern, die gemeinsam an einer „European Novel“ arbeiten. Meine Hauptfiguren kommen in den Werken der Französin und des Portugiesen vor. Die Geschichten enden mit einem Treffen aller in Athen 2011, als die Krise einsetzt. Meinen Part habe ich fertig.

 
 

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