Riesen-Andrang bei Primark-Eröffnung in Gelsenkirchen

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Gelsenkirchen. Hunderte Kunden drängten sich zur Eröffnung vor dem neuen Primark-Store an der Bahnhofstraße und stürmten die drei Etagen. Es ist die insgesamt dritte Filiale der irischen Kaufhauskette mit dem Slogan „Gut aussehen und wenig zahlen“ in Deutschland.

So einen Andrang hat die Stadt sicher lange nicht gesehen. Hunderte Kunden drängten sich Montag vor dem neuen Primark-Store an der Bahnhofstraße und stürmten geballt auf die drei Etagen.

Primark Vorstandsmitglied Breege O’ Donoghue zählt Montag kurz vor 11 Uhr persönlich den Coundown an. „Zehn, neun, acht...“ Diverse Kamerateams sind in Position, vor der Glasfront an der Bahnhofstraße 39-47 steigt der Lärmpegel, eine Heerschar junger Frauen drängt sich in den ersten Reihen

Hauptsächlich Frauen

„Sieben, sechs, fünf...“ Im Eingangsbereich machen die geladenen Eröffnungsgäste die Bahn frei, räumen Stehtische und Häppchenstand für die Menschenwelle, die gleich hereinschwappen wird. Der Kindergartenchor, der zuvor noch mit glasklar „Halli, Hallo, herzlich willkommen“ gesungen hatte, ist längst in Sicherheit gebracht. Raus aus der Hauptkampflinie zwischen Taschenständern und Winterjacken, Strickmützen und knallrosa Handschuhen. „Vier, drei, zwei eins.“ Offen. Der europaweit 215. Primark-Store ist am Start.

Wie ein Fels in der Brandung steht Store-Leiter Luke Makepeace. Ein kräftiger Typ, der mit einigen Service-Kräften den Andrang kanalisiert. Dutzende junge Frauen kreischen, bekommen leere Einkaufsbeutel in die Hand gedrückt. Für den Beutezug in der Gelsenkirchener Primark-Welt. 5390 m² auf drei Etagen wollen erobert werden – randvoll mit Ware zu kleinen Preisen, getreu der Firmen-Philosophie „Look good, pay less.“

Dritte Filiale in Deutschland

Sechs Paar Socken für 3 Euro, Tank-Tops für 2 Euro, Jacken für 12 und Trägerkleider für 10 Euro – das sind keine Eröffnungsschnäppchen, sondern reguläre Preise. „Gut aussehen und wenig zahlen“, mit diesem Slogan und ausschließlich Eigenmarken ist das irische Unternehmen auf Expansionskurs mit Mode und Accessoires. Der irische und britische Markt ist weitgehend gesättigt, in Belgien und Spanien ist die Kette längst präsent, in Gelsenkirchen wurde jetzt nach Bremen und Frankfurt der dritte deutsche Markt eingerichtet. Es ist die 13. Filialeröffnung allein im letzten Finanzjahr. Weitere sind 2011 auch in Deutschland geplant, zunächst in Essen, aber auch in Saarbrücken und Hannover. Neuer Primark-Store auf der Bahnhofstraße

Erstmals wurde in Deutschland eine reine Innenstadtadresse gewählt. Und das „mitten in der dichtest besiedelten Region Deutschlands“. Die „zentrale Lage“, machen Oberbürgermeister Frank Baranowski und O’ Donoghue deutlich, sprach klar für die Standortentscheidung.

Die volle Besatzung ist am Start. „Ich helfe gern“ steht auf blauen Buttons, die die einheitlich gekleidete Verkäuferriege auf der Brust trägt. Auf „Fleiß und Ehrlichkeit, Loyalität und Freundlichkeit“, auf die ethnischen Prinzipien von der Kleiderproduktion bis zum Verkauf hat die Irin O’Donoghue die Mannschaft kurz vor der Eröffnung nochmal eingeschworen – „wir möchten die Besten sein.“

Riesen-Auswahl

Und was sagen die Kunden? Nur „mal gucken, weil wir neugierig waren“, wollen Ingeborg und Friedhelm Harras bei ihrem täglichen Stadtbummel. Beide stürzen sich eher verhalten ins Getümmel. Jugendwahn regiert, Umkleiden sind längst überfüllt, Mädchen probieren in den Gängen neue Fashion, Jungs springen als Kleiderhalter ein.

Saniye und Jennifer, beide 21, haben reichlich Beute gemacht. Getigerte Ohrenschützer, Schal und dicke , weiße Strickjacke liegen in Saniyes Einkaufsbeutel. „Ich finde das günstig hier, die Auswahl ist sehr groß“, sagt die Dortmunderin. „Meine Nichte war von dem Laden in London ganz begeistert und hat gesagt, das muss man sich angucken“, sagt Nezahat Geme. Günstig und reichlich findet auch sie die Auswahl. „Ob die Qualität stimmt, wird sich noch herausstellen.“

„Ein Bekenntnis zur Stadt“

Das frühere Sinn-Leffers (und spätere Hema)-Haus hat Primark mit neuem Leben gefüllt. „Der Investor ist nicht zur Miete eingezogen, er hat das Gebäude gekauft und 16,6 Mio Euro investiert. Damit hat er auch ein Bekenntnis zur Stadt abgegeben“, so Oberbürgermeister Frank Baranowski.

Das Engagement hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: 422 Mitarbeiter wurden neu eingestellt, 18 zählen zum Management. In der Startphase helfen noch 48 Kräfte aus Irland, England, Bremen und Frankfurt. Insgesamt, sagt Nordeuropa-Chef Wolfgang Krogmann, „wurden über 250 Mitarbeiter eingestellt, die vorher arbeitslos waren.“ Dafür habe man eng mit dem Integrationscenter für Arbeit zusammen gearbeitet. Etwa 1500 Bewerber hatte es allein dort gegeben.

 
 

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