Rekordumsätze bei TRW Automotive

Friedhelm Pothoff
Während die IG Metall mit TRW Automotive um den Erhalt von Arbeitsplätzen verhandelt, meldet der Automobilzulieferer einen Rekordumsatz für das Jahr 2012.
Während die IG Metall mit TRW Automotive um den Erhalt von Arbeitsplätzen verhandelt, meldet der Automobilzulieferer einen Rekordumsatz für das Jahr 2012.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen. Es sind sehr intensive Wochen für die IG Metall. Der angekündigte Verkauf von Thyssen-Krupp (TK) Electrical Steel erfordert eine große Aufmerksamkeit der Gewerkschaft, die bereits weit fortgeschrittenen Verhandlungen um den Erhalt der Arbeitsplätze bei TRW Automotive nicht weniger.

Robert Sadowsky, 1. Bevollmächtigter der Metaller in Gelsenkirchen, ist an allen Gesprächen beteiligt. Mit Blick auf Thyssen-Krupp etwa hält er es nicht einmal für ausgeschlossen, dass es sogar noch eine Rolle rückwärts beim Thema Verkauf geben könnte: „Wir arbeiten derzeit an der Zukunftsaufstellung des Standortes. Der Investitionsplan muss weiter umgesetzt werden, was auch geschieht. Es wurde gerade eine neue Technik erprobt, die sehr, sehr vielversprechend und ein Beleg dafür ist, dass der Standort Kurt-Schumacher-Straße tatsächlich zu den Juwelen des Konzerns gehört.“

Noch größere Qualität

Auch die TK-Patente hat die IG Metall weit oben auf der Rechnung und weiß, dass die im Fall des Verkaufs unbedingt im Haus bleiben müssten. Für den Bevollmächtigten gewinnt darüber hinaus eine Verkaufsabsicht erst dann eine noch größere Qualität, wenn der Aufsichtsrat der TK Electrical Steel seine Zustimmung dazu gibt. Wann der das nächste Mal tagen wird, ist Sadowsky aktuell nicht bekannt.

Auch bei TRW Automotive gibt es offenbar noch viel Bewegung. Klar sei, so der Bevollmächtigte der IG Metall, dass nicht 150 Arbeitsplätze betriebsbedingt gekündigt würden, wie vom Unternehmen ursprünglich mal geplant war. „Zehn bis 15 werden wohl erhalten bleiben. Von den restlichen 130 bis 140 werden gut 75 bis 80 betriebsbedingt gekündigt, die anderen werden über Vertragsauflösungen, Altersteilzeit und andere Modelle ausscheiden.“

Besseres Ergebnis möglich

Ob das bereits das Ende aller Möglichkeiten bei TRW ist, will Robert Sadowsky nicht bejahen. Er redet nicht offen darüber, aber es scheint so, als könnte ein besseres Ergebnis aus Sicht der Arbeitnehmer durchaus noch möglich sein.

Unterdessen meldet der Automobilzulieferer herausragende Zahlen. Der Umsatz im vierten Quartal 2012 betrug demnach 4,0 Mrd. US-Dollar – eine Steigerung um 4 % (bereinigt um Währungs- und Veräußerungseffekte); auf das Jahr gesehen verzeichnet TRW einen Rekordumsatz von 16,4 Mrd. US-Dollar (Steigerung um 7 %). Die Brutto- und Nettofinanzschulden erreichen mit 1,462 Mrd. US-Dollar bzw. 239 Mio. US-Dollar ein Rekordtief. Die Rückzahlungen an Aktionäre im Jahr 2012 durch Aktienrückkäufe belaufen sich auf 268 Mio. US-Dollar.