Raupe macht vor keinem Buchsbaum Halt

Seit einigen Jahren wird der Buchsbaum von einem neuen Schädling befallen, dem Buchsbaumzü̈nsler (Diaphania perspectalis), der aus Asien stammt.
Seit einigen Jahren wird der Buchsbaum von einem neuen Schädling befallen, dem Buchsbaumzü̈nsler (Diaphania perspectalis), der aus Asien stammt.
Foto: Ulla Michels
Betroffene sind verärgert und ratlos. Die Frage der Zuständigkeit muss geklärt werden.

Gelsenkirchen. Der Buchsbaumzünsler ist ein weit verbreitetes Problem in Deutschland und verärgert auch in Gelsenkirchen Gartenfreunde. So auch einen Leser der WAZ, der auf die Problematik in Gelsenkirchen aufmerksam gemacht hat. Ihm ging es auch darum zu ermitteln, ob nicht die Stadt zuständig sei für die Bekämpfung dieses Ungeziefers. Beim Buchsbaumzünsler handelt es sich um eine aus Asien stammende Raupe, die sich von Buchsbaumblättern ernährt. Die wenige Zentimeter große Raupe entwickelt sich nach ihrer Entpuppung in einen nachtaktiven Falter.

In Deutschland hat das importierte Insekt keine natürlichen Fressfeinde, weshalb es sich rapide vermehrt und zahlreiche Buchsbäume in privaten Gärten und an öffentlichen Plätzen vernichtet. Betroffene Pflanzen können sich bei starkem Befall hellbeige färben, bei manchen Blättern ist nur noch das Gerippe vorhanden, andere sind bis auf den Stiel heruntergefressen

Stadt empfiehlt, auf andere Pflanzen auszuweichen

Auf Nachfrage der WAZ beruhigte Tobias Heyne, Pressesprecher der für das Stadtgrün zuständige Gelsendienste, die Buchsbäume in den Grünanlagen Gelsenkirchens hätten bislang keine Schäden davon getragen. Darüber hinaus werde der Buchsbaum allerdings auch oft als Grabeinfassung auf Friedhöfen gepflanzt. Und besonders die Friedhöfe Horst-Süd und Rotthausen, aber auch andere Friedhöfe in der Stadt, seien befallen. Für die Pflege der Grabstätten allerdings seien allein die Angehörigen bzw. Nutzer der Grabstätten verantwortlich.

Die Stadt empfiehlt, auf andere Pflanzen auszuweichen, da die Bekämpfung des Buchsbaumzünslers sehr zeit- und kostenaufwendig sei. Sie müsste der Lebensweise des Schädlings angepasst seinen, erfordere systematisches Handeln. Er empfiehlt zum Beispiel eine Sorte der Japanischen Stechpalme alternativ zu pflanzen, die im Aussehen und im Wuchs dem Buchsbaum sehr ähnlich sei. Für weitere Empfehlungen rät er Betroffenen, sich an die verschiedenen Friedhofsgärtnereien vor Ort zu wenden, die sicher weiterhelfen könnten.