Radfahrer werden zu wenig berücksichtigt

Friedhelm Pothoff
Nach dem Straßendurchstich der Europastraße durch das ehemalige Industriegelände Schalker Verein (im Hintergrund) bis zur Ostpreußenstraße, soll an dieser Verbindungsstelle ein Kreisverkehr angelegt werden.
Nach dem Straßendurchstich der Europastraße durch das ehemalige Industriegelände Schalker Verein (im Hintergrund) bis zur Ostpreußenstraße, soll an dieser Verbindungsstelle ein Kreisverkehr angelegt werden.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Der Bau des Kreisverkehres Europastraße / Ostpreußenstraße ist von der Politik neu diskutiert worden.

Gelsenkirchen. Ein Politikum ist der Vorgang nicht, doch die Ausgestaltung des Kreisverkehres, der gebaut werden soll, um die Europastraße und damit das Gelände Schalker Verein an die Ostpreußenstraße anzuschließen, ist von den Politikern im Ausschuss für Verkehr, Bauen und Liegenschaften (VBL) neu diskutiert worden.

Der formale Grund war dieser: Bei der Ostpreußenstraße handelt es sich um eine Hauptverkehrsstraße, die aufgrund ihrer Bedeutung in den Zuständigkeitsbereich des Rates der Stadt fällt. Damit wurde auch der Beschluss der Bezirksvertretung Mitte aus Oktober 2015 wieder aufgehoben. Die hatte die Verwaltung bereits mit der Umsetzung beauftragt.

Der Beschluss im VBL war einstimmig und lautete im Ergebnis nicht anders als der in der Bezirksvertretung. Allerdings gab es Prüfaufträge an die Stadtverwaltung, die womöglich für Veränderungen sorgen könnten.

Mischverkehr auf der Kreisfahrbahn

Sascha Kurth (CDU) etwa fragte: „Wenn wir im Jahr eine Million Euro im Haushalt verankern, um den Radverkehr nach vorne zu bringen, warum wird dann ein neuer Kreisverkehr ohne eigenen Schutzstreifen für Radfahrer geplant?“ Auch wertete der Christdemokrat die Breite der Europastraße bei dem zu erwartenden Durchgangs- und Lkw-Verkehr im Gewerbegebiet Schalker Verein als zu schmal, um dort den Radverkehr nur über aufgemalte Schutzstreifen sicher auf die Straße zu bringen.

Tatsächlich plant die Verwaltung derzeit einen kleinen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 30 Metern (Kosten: 300 000 Euro), der aber laut Chantal Ojstersek in der Lage sei „auch die großen Lkw aufzunehmen“. Radfahrer sollen gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr über die acht Meter breite Kreisfahrbahn (5,50 Meter Fahrbahn und 2,50 Meter Innenring)geführt werden; ein eigener Radweg oder ein Schutzstreifen sind nicht vorgesehen. Auf der Ostpreußenstraße geht es dann auf dem bestehenden kombinierten Rad- und Gehweg weiter in Richtung Ückendorf bzw. in Richtung Konradstraße und nach Bulmke-Hüllen.

Prüfaufträge an die Verwaltung

Margret Schneegans (SPD) stellte mit Blick auf die steigende Bedeutung der Infrastruktur für Radfahrer zwei Prüfaufträge. Zum einen möchte die Stadtverordnete von der Verwaltung wissen, ob es sich lohnen könnte, „ab der Skateranlage am ehemaligen Hochbunker und parallel zur Bahnlinie auf einem bestehenden Trampelpfad einen eigenen Radweg anzulegen“. Der könnte bis zum „Gewerbebahnhof“ von Wheels Logistik und über die Bahn weiter in Richtung Erzbahntrasse führen. Davon verspricht sich die Sozialdemokratin eine bessere Anbindung für Radfahrer, die dort unterwegs sind und in Richtung City wollen.

Eine kleinere Lösung wäre diese: Nach dem Bau des Kreisels durch die Stadt und der Europastraße von Brüsseler Straße bis zur Ostpreußenstraße durch die St. Gobain PAM könnte eine entsprechende Beschilderung über die Ostpreußenstraße in Richtung Erzbahntrasse eingerichtet werden.