Radfahrer in Gelsenkirchen ärgern sich über Fahrverbot auf der Ahstraße

Friedhelm Pothoff
Auf geteilte Zustimmung stößt das Radfahrverbot an der Rampe Ahstraße. Foto: Martin Mölle
Auf geteilte Zustimmung stößt das Radfahrverbot an der Rampe Ahstraße. Foto: Martin Mölle
Foto: WAZ FotoPool
Das Fahrverbot auf Rampe an der Ahstraße ärgert Gelsenkirchener Radfahrer seit Jahresbeginn. Nun wollen die, die im ADFC organisiert sind, dagegen vorgehen und suchen Verbündete in der Politik.

Gelsenkirchen. Die Rampe an der Ahstraße hat das Potenzial, als Thema ein echter Dauerbrenner zu werden. Ein Aufreger ist sie ja bereits. Die Radfahrer etwa, jedenfalls die im ADFC Gelsenkirchen organisierten, bringen nach wie vor kein Verständnis für das Verbot auf, das zu Jahresbeginn durch die Stadtverwaltung gegen sie ausgesprochen worden ist.

Die Rampe, darin liegt der Kern der Auseinandersetzung, ist zu schmal gebaut, um offiziell als eine mit Gegenverkehr etabliert werden zu können – und zwar fehlen bei einer Breite von zwei Metern zarte 25 Zentimeter. Dann wäre alles gut. „Ist es aber nicht“, hält Peter Bruckmann, 1. Vorsitzender des ADFC, fest. Es gab Ortstermine, es gab einen Infostand. Es gab und gibt immer wieder Gespräche, ohne dass die Radler eine starke Lobby in der Stadt aufbauen können, die sich ihrer Argumente annimmt.

In einen reinen Gehweg umgewandelt

Gegen eine Nutzung der Rampe durch die Radfahrer argumentierten Menschen mit Behinderungen im entsprechenden Beirat. Sie erwirkten auf Antrag das Verbot, das Stadtdirektor Michael von der Mühlen in der Beiratssitzung am 8. Februar 2011 in einer Stellungnahme manifestierte. Seither kennzeichnet zu beiden Seiten der Anlage am Fuß der Ahstraße und an der Klosterstraße ein Schild die Nutzung und macht deutlich, dass es sich ausschließlich um einen Gehweg handelt.

Alles klar, könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Denn der ADFC sieht seine Interessen nicht berücksichtigt und ist sauer. Bruckmann und Ulrich Krauß kritisieren, dass die Radfahrer nicht in die Planungen mit einbezogen worden sind. Sie kritisieren, dass mit dem Verbot etwas reguliert wurde, „das vorher gut gelaufen ist“. Bedeutet: Laut ADFC kam sich an der Rampe niemand in die Quere. Einen Unfall habe es nach Wissen des Clubs auch nicht gegeben. Und im Alltag schere das Schild ohnehin niemanden, wenn eine freie Fahrt möglich ist – das entspricht auch den Redaktionsbeobachtungen.

Teil des landesweiten Radwegnetzes

Und: Die Ahstraße gehört zum landesweiten Radwegenetz (Verlauf hier konkret: Zeppelinallee, Ahstraße, Klosterstraße), das von Straßen.NRW unterhalten wird. „Das ist unserer Ansicht nach bei der Einrichtung des Verbotes nicht berücksichtigt worden“, so Bruckmann.

Nun suchen die Radfahrer Verbündete. Dennis Melerski, Stadtverordneter von Bündnis 90/Die Grünen, könnte einer sein. Er hat zumindest einen Fragenkatalog formuliert, den er in der Verkehrs- und Bauausschusssitzung am 30. Juni ins Spiel brachte: Wie viele Verkehrsunfälle haben sich auf der Rampe seit Fertigstellung der Treppenanlage ereignet? Oder: Wie viele Verwarnungsgelder wurden erhoben? Verkehrsverbote wie dieses, meint Melerski, könnten im Prinzip nur durchgesetzt werden, wenn es einen hohen Kontrolldruck an der Rampe an der Ahstraße geben würde.

Radfahrer wünschen sich eine Lösung

Die Radfahrer wünschen sich sehnlichst eine andere Lösung als die bestehende. Peter Bruckmann: „Achtsamkeit gehört selbstverständlich dazu.“ Und Ulrich Krauß hat sogar ein eigenes Schild parat, dass er der Stadt gerne zur Verfügung stellen möchte. Die Botschaft darauf ist klar formuliert: „Gemeinsam mit Rücksicht“.