Prostituierte in Gelsenkirchener Hotel erstochen – Prozessauftakt

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  • Beim Sex würgte ein 51-Jähriger eine Prostituierte, dann stach er sechsmal mit einem Butterfly-Messer zu
  • Die Frau verblutete im Hotelzimmer. Der geständige Angeklagte stellte sich später bei der Polizei
  • Seit Montag steht der gebürtige Gelsenkirchener wegen Mordes aus Heimtücke vor Gericht

Gelsenkirchen. Plötzlich beim Sex würgte der Gelsenkirchener mit der linken Hand die 56-jährige Prostituierte, die er sich ins Intercity-Hotel an der Ringstraße bestellt hatte. „Ich fixierte sie“, nennt es der 51-Jährige Mit der rechten Hand stach er dann sechsmal mit einem Butterfly Messer in ihre linke Brust. Sie verblutete Hotelzimmer.

Wenige Stunden nach der Tat stellte sich Uwe G. am 26. Februar bei der Polizei in Düsseldorf, wohin er geflüchtet war, und legte ein umfangreiches Geständnis ab.

Angeklagter behauptet nur den Opel rauben zu wollen

Seit Montag muss er sich wegen Mordes aus Heimtücke vor dem Essener Schwurgericht verantworten. Der angebliche Tat-Hintergrund: Er habe die Frau nur bis zur Bewusstlosigkeit würgen wollen, um ihr den Autoschlüssel zu rauben und mit ihrem Opel Zafira zu verschwinden.

Hausmeister Job und Wohnung in Bremen hatte Uwe G.in seiner Wahlheimat verloren. Seine Beziehung lief auch nicht. Mit 1000 Euro in der Tasche wollte er weg. Erst nach Amsterdam. Mit Drogen habe er sich dort umbringen wollen, behauptet Uwe G.. Das klappte nicht.

„Ziellos habe ich mich selbst durch die Straßen laufen sehen“, schildert er und legt großen Wert darauf, seinen angeblich übermaßigen Alkoholkonsum in den Vordergrund zu stellen und den zu häufigen Gebrauch seiner Asthma-Medikamente.

"Mir war bewusst, dass ich Gewalt einsetzen musste"

Am 24. Februar reist er weiter in die alte Heimat Gelsenkirchen und bestellt sich noch am gleichen Abend aus dem Internet-Portal „markt.de“ die 56-jährige „Jasmin“ ins Hotel.

„Ich wollte auf andere Gedanken kommen“, sagt er. Für 100 Euro kam es zum Sex und er hat später nach eigenen Angaben beobachtet, dass die 56-Jährige in einen Opel stieg. Zwei Tage danach, am Freitag bestellt er „Jasmin“ für 13 Uhr noch einmal.

„Mir war bewusst, dass ich Gewalt einsetzen musste“, sagte er bei seiner Vernehmung der Polizei.Im Prozess dagegen: „Beim Verkehr kam mir die Idee sie zu würgen, bis sie bewusstlos war.“

„Zufällig“ lag sein Messer auf der Kommode. „Ich hatte Angst, dass sie schreit“, begründet der Angeklagte nun die Stiche in die Brust der inzwischen am Boden liegenden Frau. Autoschlüssel fand er nicht bei ihr. Kein Wunder: Ihr 55-jähriger Ehemann hatte die Frau zum Hotel gefahren.

Der berichtet als Zeuge von seiner späteren angeblich verzweifelten Suche nach seiner Ehefrau, die er vor 28 Jahren geheiratet habe. Steif und fest behauptet der Rentner, nichts vom Job seiner Frau gewusst zu haben. „Sie lügen“, weiß der Vorsitzende Richter Andreas Labentz ganz sicher. - Es sind drei weitere Prozesstage terminiert.