Preziosa hat die Lacher auf seiner Seite

Szene aus „Denn sie wissen nicht, was sie erben“: Christina Piotrowcz (links), Andreas Müller, Heike Glittenberg und Dirk Maischak.
Szene aus „Denn sie wissen nicht, was sie erben“: Christina Piotrowcz (links), Andreas Müller, Heike Glittenberg und Dirk Maischak.
Foto: Funke Foto Services
Die Theatergesellschaft Preziosa 1883 beschert einen vergnüglichen Abend bei der Premiereder Komödie „Denn sie wissen nicht, was sie erben“. Es gab viel Beifall in Ückendorf

Gelsenkirchen.. Ein blaues Kassenhäuschen mit goldenen Kugeln im Foyer und ein alter samtbezogener Souffleusen-Sessel vor der Bühne der Gesamtschule Ückendorf weisen darauf hin: Die Theatergesellschaft Preziosa hat eine lange Tradition.

Seit 1889 bringen Generationen von Laienschauspielern die Menschen zum Lachen. Am Freitag heißt es „Denn Sie wissen nicht, was sie erben“.

Heike Glittenberg, Dirk Maischak, Jutta Wowro, Andreas Müller, Simone Käseler und Christina Piotrowicz stürzen sich voller Elan in die turbulente Boulevardkomödie von Erich Virch. Star des Abends ist Dirk Maischak, der auch Regie führte. Er mimt glänzend den schusseligen Steuerberater Dietrich Buschmeier.

Kulissen in Eigenregie hergestellt

Genervt von der „geriatrischen Dauerberieselung“ mit Abführmitteln und Prospekten von Treppenliften - er lebt mit seiner Frau in Haus der vermögenden Großtante Witha - will er nur eins: Tante ins Heim und den Namen seiner Frau auf dem Testament als Alleinerbin. Da schreckt er auch nicht vor Urkundenfälschung zurück. Es entwickelt sich eine klassische Verwechslungskomödie mit viel Witz und Slapstick. Da bleiben Männer mit ihren Händen in Ton-Vasen hängen, die schräge Nachbarin beerdigt eine Urne, in der statt der Asche ihres Mannes Weinbrandbohnen liegen und der Neffe Eugen beglückt mit „passenden“ Kalenderweisheiten „das größte Glück im Weltgetriebe, ist der Verwandten große Liebe“.

Der Theaterverein stellt die Kulissen in Eigenregie her. Liebevoll ist jedes Detail geplant, bis hin zum Hochzeitsfoto von Maischak und Glittenberg auf dem Bücherregal. Beträchtliche Arbeit steckt in dem Nachbau eines hellen, schmucken Wohnzimmers inklusive Wintergarten. Durch die „Glasscheiben“ können knapp 200 Beobachter packende Verfolgungsszenen beobachten, die „barmherzige Schwester Benedicta“ traktiert Eugen mit dem Regenschirm.

Herzliche Lacher und langer Applaus

Höhepunkt der gelungene Travestie-Auftritt von Maischak, der „Charleys Tante“ vor Neid erblassen lässt – Buschmeier sieht keinen Ausweg sich selbst als Tante Withains Seniorenheim einzuweisen.

Herzliche Lacher und langer Applaus sind dem Ensemble sicher. „Die Menschen wollen für zwei Stunden ihren Alltag vergessen und sich amüsieren. Darum kommen sie gerne zu uns“, weiß Stefan Gallus von Preziosa. Obwohl, ein paar kleine Seitenhiebe in die Realität hat die Truppe schon ins Theaterstück eingebaut. Da wird Buschmeier ständig von „Herrn Hoeneß“ angerufen, weil die Steuerfahndung im Haus alle Akten beschlagnahmt und die gute Tante Witha vermacht letztendlich ihr beträchtliches Erbe den „Wellensittichfreunden Ückendorf“.

 
 

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