„Preziosa“ begeistert mit den Stadtmusikanten

Maria Eckardt
Der Theaterverein „Preziosa“ begeisterte mit seinem neuem Märchenstück „Die Bremer Stadtmusikanten“.
Der Theaterverein „Preziosa“ begeisterte mit seinem neuem Märchenstück „Die Bremer Stadtmusikanten“.
Foto: Michael Korte
  • Der Theaterverein Preziosa feierte mit einem neuen Märchenspiel für Kinder umjubelte Premiere
  • 13 Darsteller sorgten für ein abwechslungsreiches und sehr humorvolle Spiel in toller Kulisse
  • Bereits seit 1883 inszeniert die Amateurtheatergemeinschaft Jahr für Jahr aufwendige Produktionen

Gelsenkirchen.  Hahn, Katze, Hund und Esel sichtete man am Samstagnachmittag in der Gesamtschule Ückendorf. Hatte sich hierhin ein Bauernhof verirrt? Nein. Die Theatergruppe Preziosa hatte in der Aula das altbekannte Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ auf die Bühne gebracht. Die Aufführung richtete sich an Kinder ab vier Jahren aber auch an Erwachsene. So füllte sich auch der Saal schnell mit einem buntgemischten Publikum.

Ein sehr detailreiches Bühnenbild wurde den Zuschauern geboten. Häuschen mit Ziegelsteinen, Fenster und mit Blumen dekorierte Vorgärten, einen Hintergrund, auf dem sich ein Wald abzeichnete, verschiedene Schildchen und Wegweiser: das Publikum konnte jede Menge entdecken. 13 Darsteller präsentierten auf lustige Art und Weise ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Theaterschminke, Kostüme, Gestik und Mimik verhalfen ihnen, sich gekonnt in die einzelnen Rollen zu verwandeln. Trotz des Altersunterschieds der Schauspielkollegen merkte man sofort: Diese Gruppe funktioniert. Während der jüngste Darsteller mit gerade einmal neun Jahren einen Räuber mimte, überzeugte der älteste in der Rolle des Polizisten.

Alle sind mit Herzblut dabei

Das Schauspiel, angelehnt an das Märchen der Gebrüder Grimm, erzählte von Hahn, Katze, Hund und Esel, die den Besitzern wegen ihres Alters keinen Nutzen mehr bringen und getötet werden sollen. Die Vier flüchten. Zufällig treffen sie sich und entscheiden, als „Bremer Stadtmusikanten“ nach Bremen weiterzuziehen, um dort gemeinsam zu musizieren. „Wir wären damit die einzigen Tiere, die zusammen singen“, stellte der Esel fest.

Auf ihrem Weg müssen sie im Wald übernachten, entdeckten Räuber. Die Diebe hatten zuvor Schüler bei einem Wanderausflug beklaut. Mit lautem Miauen, Bellen, Krähen und kräftigen „Iaah“s wurde die Räuberbande schließlich vertrieben. Immer wieder integrierten die Schauspieler gerade das junge Publikum in die Handlung. Das kam gut an und die jungen Zuschauer machten rege mit.

Seit 1883 inszeniert der Theaterverein Preziosa immer wieder neue Stücke. „Unsere Mitglieder kommen aus Essen, Herten, Gelsenkirchen, Herne und Bochum. Ich kann wirklich sagen, alle sind mit Herzblut dabei. Aber wir würden uns auch freuen, wenn wir noch mehr Leute werden“, erklärt Dirk Maischak, Vorsitzender des Vereins. Die meisten Mitglieder würden mittlerweile zum festen Team gehören. Für „Die Bremer Stadtmusikanten“ hatte die Theatergruppe im Frühjahr mit den Proben begonnen. „Seitdem wurde ein- bis zweimal pro Woche geübt. Manche von unseren Schulkindern haben sogar währenddessen oft noch ihre Hausaufgaben gemacht, damit sie das alles unter einem Hut bekommen.“