Parteinahme in Gelsenkirchen

Lars-Oliver Christoph
Ein neues Gesicht in der politischen Landschaft: Seit Mai 2010 hat Linke-MdB Ingrid Remmers ein Wahlkreisbüro in Gelsenkirchen. Foto: Olaf Fuhrmann
Ein neues Gesicht in der politischen Landschaft: Seit Mai 2010 hat Linke-MdB Ingrid Remmers ein Wahlkreisbüro in Gelsenkirchen. Foto: Olaf Fuhrmann
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Gelsenkirchen.  Seit Mai ist die Linke-Bundestagsabgeordnete Ingrid Remmers in Gelsenkirchen mit einem Wahlkreisbüro präsent. Ihre erste Bilanz fällt positiv aus – auch mit Blick auf den Neuanfang im Kreisverband.

Neulich im Abgeordnetenbüro von Ingrid Remmers (Linke): Ein Mittfünfziger betritt die Räumlichkeiten an der Bismarckstraße 65 und bittet um ein Glas Milch. Wahlkreis-Mitarbeiter Markus Dowe tut dem Mann den Gefallen. „Er besucht uns häufiger“, erzählt die Bundestagsabgeordnete.

Doch auch andere Bürger nutzten bereits die vor sechs Monaten eröffnete Anlaufstelle im Stadtteil Schalke – vor allem mit Fragen zu Hartz IV und zu Folgen von Gesetzesänderungen in Land und Bund, wie die 45-jährige Bochumerin berichtet. „Es läuft ganz gut“, so ihre Bilanz.

Und „ganz gut“ läuft es aus Sicht der Sozialwissenschaftlerin inzwischen auch im Kreisverband der Linken - „erst recht wenn man bedenkt, was hier über lange Zeit schief gelaufen ist.“ Sie habe sich ganz bewusst in diesen Prozess eingeschaltet und diejenigen Kräfte unterstützt, die nicht länger mit „dieser unerträglichen Situation“ leben wollten. So hätten sich potentielle Kandidaten für den Vorstand schon Wochen vor der Neuwahl an der Bismarckstraße 65 getroffen. „Nun geht es darum, erst einmal Arbeitsstrukturen aufzubauen“, so Ingrid Remmers.

Die neue Parteispitze hat in Gelsenkirchen auch räumlich ans MdB-Büro angedockt: Als Untermieter von Remmers ist der Vorstand um die beiden Sprecherinnen Doris Stöcker und Ayten Kaplan montags und donnerstags jeweils von 15 bis 17 Uhr an der Bismarckstraße anzutreffen.

Die 2009 erstmals in den Bundestag eingezogene Mitgründerin der WASG hat einmal im Monat Sprechstunde. Aber: „In der sitzungsfreien Zeit bin ich mindestens einmal pro Woche in Gelsenkirchen“, sagt Ingrid Remmers. Neben der Präsenz im Büro steht für sie in ihrer politischen Wahlheimat noch immer Klinkenputzen auf dem Programm: Ihre Vorstellungsrunde bei Gewerkschaften, Vereinen und Verbänden sei längst nicht abgeschlossen.

Keinen persönlichen Kontakt gab es bisher zu den Gelsenkirchener Bundestagsabgeordneten Poß (SPD) und Buschmann (FDP). Das wird sich ändern: Der OB habe die überörtlichen Mandatsträger zu einer Gesprächsrunde eingeladen, so Remmers.

Büro täglich besetzt

Die nächste Sprechstunde von Ingrid Remmers findet am Donnerstag, 18. November, statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Anlaufstelle ist darüber hinaus montags bis freitags von mindestens 10 bis 16 Uhr besetzt (Telefon:0209 38651990). Ingrid Remmers unterhält für die Linke ein zweites Wahlkreisbüro in Warendorf.