Papp Art statt Pop Art im Kunstmuseum Gelsenkirchen

Der Düsseldorfer Künstler Michael Kortländer präsentiert auf Einladung des Kunstvereins Gelsenkirchen im Kunstmuseum an der Horster Straße in Buer seine Rauminstallation aus Wellpappe.
Der Düsseldorfer Künstler Michael Kortländer präsentiert auf Einladung des Kunstvereins Gelsenkirchen im Kunstmuseum an der Horster Straße in Buer seine Rauminstallation aus Wellpappe.
Foto: Funke Foto Services
Der Düsseldorfer Künstler Michael Kortländer hat auf Einladung des Kunstvereins Gelsenkirchen eine Rauminstallation geschaffen

Gelsenkirchen.. Diese Kunst ist aus Pappe: Der Düsseldorfer Künstler Michael Kortländer eröffnet am Sonntag, seine Ausstellung „Open Up“, die im Rahmen der aktuellen Reihe des Kunstvereins Gelsenkirchen zu sehen ist.

Papp Art statt Pop Art: Michael Kortländer, in Münster geboren, studierte Ende der 1970er Jahre an der Düsseldorfer Kunstakademie, und machte sich schon zu Studienzeiten als Meisterschüler von Gerhard Hoehme mit seinen Skulpturen und Aufbauten aus Kartonagen einen Namen. Was für Richard Serra seine monumentalen Stahlskulpturen, das sind für Michael Kortländer geschichtete Werke aus überdimensionalen Wellpappe-Stücken. In Ausstellungen schickt er sie um die Welt.

"Ihr müsst spontan arbeiten!"

Doch wie ist er ausgerechnet auf Werke aus Pappe gekommen? „Ich habe ja mit Malerei angefangen, und mein Lehrer, Professor Gerhard Hoehme, hat während des Studiums immer gesagt: Ihr müsst spontan arbeiten! Das fand ich aber gar nicht so einfach: Bis ich einen Rahmen mit Leinwand bespannt und diese grundiert hatte, waren meine spontanen Ideen schon wieder verflogen“, erzählt der Künstler lachend.

„Deshalb habe ich irgendwann damit begonnen, meine Bilder auf große Pappe-Stücke zu malen statt auf Leinwand. Und dieser Untergrund ist nach und nach immer weiter in den Vordergrund getreten – inzwischen geht es bei mir weniger um die Malerei, als um den Werkstoff“, erklärt Michael Kortländer, der in Düsseldorf lebt und arbeitet.

Ausstellung eröffnet am Sonntag

Als Bildhauer versteht er sich inzwischen, schichtet Pappelemente gegen- und übereinander. Oft sind diese in Farbe getaucht. Hier in Gelsenkirchen kommen sie jedoch ganz ursprünglich daher. Und dabei kommt die Idee des Kunstvereins Gelsenkirchen ins Spiel: In der Reihe „Open Up“ geht es darum, Kunst, Technologie und Innovationen miteinander zu verquicken. „Wir wollen einerseits zeigen, was lokale Unternehmen für Produkte herstellen – und Künstlern zugleich die Gelegenheit geben, mit diesen Materialien zu arbeiten“, erklärt Ulrich Daduna, der Vorsitzende des Kunstvereins.

Den Auftakt machte die Künstlerin Merja Herzog-Hellstén mit einer raumfüllenden Schlauchinstallation, jetzt ist Michael Kortländer am Zuge: Auch er füllt den Ausstellungsraum mit seiner Kunst, acht riesige Spitzdächer sind hier mit Balkenkonstruktionen luftig verbunden, angeordnet „wie in einem Labyrinth“, sagt Museums-Direktorin Leane Schäfer. Wer sich hindurchschlängelt, erlebt den Raum ganz neu – ein Spiel mit Licht und Schatten.

Die Pappteile der Skulpturen wurden von einem Unternehmen, das Wellpappe herstellt, gezielt für diese Arbeit auf 2,60 Meter mal 1,83 Meter zugeschnitten – auf Wunsch des Künstlers: „Ich wollte, dass man nicht darüber blicken kann, sondern jeweils mit dem Objekt alleine ist“, so Michael Kortländer.

Eröffnet wird die Ausstellung „Open Up 2“ des Kunstvereins Gelsenkirchen am Sonntag, 16. August, um 11.30 Uhr im Kunstmuseum an der Horster Straße 5-7. Die Einführung gestaltet Emmanuel Mir, Kunstwissenschaftler aus Düsseldorf. Der Eintritt ist frei. Die Rauminstallation ist bis zum 20. September 2015 jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

 
 

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