Hagen

NRW: Kleinkind (1) stirbt qualvollen Tod – Pflegevater gibt Teilgeständnis ab

Foto: dpa

Hagen. Diese Tat erschütterte Anfang des Jahres: Ein einjähriges Kind aus Gelsenkirchen kam in Plettenberg in NRW in einer Pflegefamilie gewaltsam ums Leben. Der Pflegevater steht wegen Totschlags in NRW vor Gericht, nun sprach er am Freitag über den Tag der Tat und gestand – allerdings nur in Teilen.

Der 30-jährige Sauerländer gab an, an jenem Mittwoch, dem 2. Januar, übermäßig gestresst und überfordert gewesen zu sein, erklärte ein Gerichtssprecher gegenüber DER WESTEN. Sein Arbeitstag sei stressig gewesen. Zu Hause angekommen habe er sich noch um den Haushalt und um das einjährige Pflegekind kümmern müssen.

Der Junge sei sehr unruhig gewesen. Der Pflegevater sei, so schilderte er es, zwischenzeitlich aus dem Erdgeschoss in die erste Etage gegangen und habe dort das Kind im Sitzen auf den Arm genommen, um es zu beruhigen.

NRW: Pflegevater gibt Schütteln zu

Dabei sei es ihm aus geringer Höhe aus dem Arm geglitten und zu Boden gestürzt. Allerdings habe es sich dabei nach Angaben des Angeklagten noch nicht verletzt.

Der 30-Jährige habe später seine Hausarbeit im Erdgeschoss fortgesetzt und staubgesaugt. Als er den Staubsauger ausgemacht habe, habe er das Kind erneut schreien gehört. Er sei daraufhin wieder nach oben gegangen und hätte das Kind an beiden Armen gepackt und geschüttelt.

Dann – so schilderte es der Pflegevater laut Gerichtssprecher im Prozess – setze seine Erinnerung aus. Der Angeklagte könne sich erst wieder daran erinnern, dass das Kind krampfend vor ihm gelegen hätte und er den Rettungdienst gerufen habe.

Anklage nennt grausame Details

In der Anklage steht etwas anderes: Dort wird dem Mann vorgeworfen, dem kleinen Jungen mindestens einen wuchtigen Schlag auf die Schädeldecke verpasst zu haben. Weitere Schläge mit einem Staubsaugerrohr sollen gefolgt sein. Auch von dem Schütteln ist in der Anklage die Rede.

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Doch eben nur das gab der 30-Jährige im Prozess zu. Das Gericht wertet die Aussage des Mannes demnach nur als Teilgeständnis.

Das Kind starb einen Tag nach der Tat an seinen Verletzungen in einer Klinik in Essen. Auch die Pflegemutter wurde nach der Tat festgenommen. Gegen sie laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch.

Nach der Tat sprachen auch die leiblichen Eltern aus Gelsenkirchen des Jungen über den gewaltsamen Tod. (Mehr dazu hier >>>) Sie treten als Nebenkläger in dem Prozess auf.

 
 

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