„Niemals geht man so ganz“

Die Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper stellte das von ihr herausgegebene Buch "Niemals geht man so ganz" vor.
Die Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper stellte das von ihr herausgegebene Buch "Niemals geht man so ganz" vor.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.. „Niemals geht man so ganz“, so heißt es in dem Ohrwurm, den Trude Herr vor fast 30 Jahren mit Wolfgang Niedecken von BAP und Tommy Engel von den Bläck Fööss einsang.

Genau so heißt auch das neue Buch, das Mechthild Schroeter-Rupieper herausgegeben hat. „Ein Buch voller Erinnerungen“ steht auf dem Titel: 55 Autoren, junge und alte, schreiben hier über gemeinsame Momente mit inzwischen verstorbenen Menschen. Ganz persönlich. „Alle, egal ob arm oder reich, prominent oder ‚von Nebenan‘, alle kennen Trauer und Geschichten, die Menschen unsterblich machen können“, schreibt Schroeter-Rupieper, die in Ückendorf das Lavia-Institut für Familien-Trauerbegleitung leitet, im Vorwort.

Viele junge und prominente Autoren

„Zwei Jahre hat es gedauert, dieses Buch fertigzustellen“, erzählt sie erfreut über die bunte Mischung an Geschichten, die alle kurz und kurzweilig sind und von bunten Illustrationen begleitet werden. Da schreiben Kinder über lustige Anekdoten, die sie mit ihren inzwischen verstorbenen Eltern verbinden – und erwachsene Brüder über verstorbene Schwestern, Eltern über zu früh verstorbene Kinder. Es geht um Streuselkuchen, Soßenflecken und den Geruch von Waschmittel, der Erinnerungen lebendig werden lässt.

„Erstaunlich ist dabei, dass die jungen Autoren oft witzige Sachen erzählen, auch mit ein bisschen Schadenfreude. Die Älteren schreiben viel ernstere Texte“, hat Schroeter-Rupieper beobachtet. Und: „Es haben übrigens sehr viele junge Leute aus Gelsenkirchen an diesem Buch mitgeschrieben.“ Mit einem Foto von sich und dem Menschen, um den sie trauern, sind sie nun in dem Buch verewigt. Und finden sich wieder zwischen Promis wie Wolfgang Niedecken, der seine Erinnerungen an Trude Herr niedergeschrieben hat und gleichzeitig verrät, wie das Lied entstand, das diesem Buch den Titel gab.

Platz für eigene Erinnerungen

Hartmut Engler von „PUR“ steuerte einen Liedtext über seinen Vater bei, Margot Käßmann schrieb über ein totes Findelkind, „Heintje“ über seinen Papa, Gerd Rehberg über Schalke-Legende Charly Neumann und darüber, wie der es schaffte, den Papst zum Ehrenmitglied seines Clubs zu machen. Erwin Kremers wünscht seinem 2009 verstorbenen Freund Rolf Rüssmann: „Wenn es im Himmel gute und schlechte Plätze (Wolken) geben sollte, dann wird Rolf einen der besten bekommen. Ganz sicher.“

„Ich habe für dieses Buch ganz bewusst Leute angeschrieben, die in unseren Trauerkursen Thema waren. Und erstaunlich viele haben ihren Beitrag spontan zugesagt“, so Mechthild Schroeter-Rupieper. Am Ende des Buches, das in einer Auflage von 3.500 Stück erschienen ist, gibt es auch Platz für eigene Erinnerungen der Leser.

 
 

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