Neues Buch porträtiert 22 Philosophinnen

Elisabeth Höving
Mit einer Lesung in der Vorburg von Schloss Horst in Gelsenkirchen stellen die Autorinnen Marlies Mrotzek (v.l.) und Marit Rullmann gemeinsam mit der Wiener Künstlerin Irene Trawöger das Buch „Welt Weise Frauen“ vor.
Mit einer Lesung in der Vorburg von Schloss Horst in Gelsenkirchen stellen die Autorinnen Marlies Mrotzek (v.l.) und Marit Rullmann gemeinsam mit der Wiener Künstlerin Irene Trawöger das Buch „Welt Weise Frauen“ vor.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Gelsenkirchenerin Marit Rullmann gibt den Prachtband „Welt Weise Frauen“ mit heraus.

Gelsenkirchen. Zwei Frauen, die sich noch nie zuvor im Leben gesehen haben, geben gemeinsam ein Buch heraus. Die eine zu Hause in Gelsenkirchen, die andere in Wien, treffen sie sich zum allerersten Mal von Angesicht zu Angesicht, als der Band bereits druckfrisch vorliegt und der Öffentlichkeit präsentiert wird. Was die Gelsenkirchener Autorin Marit Rullmann und die österreichische Malerin Irene Trawöger eint, ist die Liebe zur Weisheit. Ihr soeben erschienenes Buch „Welt Weise Frauen“ porträtiert 22 Philosophinnen von der Antike bis zur Neuzeit.

Wissenschaftlich fundiert

Und das zwar wissenschaftlich und historisch fundiert, aber doch für jeden Leser auch ohne Vorkenntnisse leicht zugänglich. Die Gelsenkirchener Stadtbibliothek und der Freundeskreis luden am Dienstagabend zur Buchpräsentation in die Vorburg von Schloss Horst ein. Passend am Weltfrauentag.

Hier lasen die beiden Herausgeberinnen gemeinsam mit der Gelsenkirchener Autorin Marlies Mrotzek aus dem Buch, verrieten aber auch die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte.

Es war die Malerin Irene Trawöger, die eines Tages in einer Wiener Bibliothek durch Zufall auf Bücher der Gelsenkirchenerin Marit Rullmann stieß: „Die haben mich so begeistert, dass ich Kontakt zur Autorin aufgenommen habe.“ Schon bald stand das Konzept für die Veröffentlichung. Marit Rullmann: „Ausgangspunkt für jedes Frauenporträt waren die Werke von Irene Trawöger.“ Aus bildender Kunst und literarischem Porträt entstand jeweils eine optisch und inhaltlich reizvolle Synthese. Die collagierten Malereien spüren dem Wesen der weisen Frauen nach, stellen sie andeutungsweise in ihren gesellschaftlichen Zusammenhang, fügen Textzitate ein, werfen ein knappes Schlaglicht auf den jeweiligen Gedankenkosmos.

Anfängliche Probleme mit der Finanzierung

Weise Frauen aus allen Jahrhunderten, lange gemessen an den männlichen Philosophen, werden porträtiert, darunter Sapho, Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, George Sand oder Simone Weil.

„Dabei war zu Beginn des Projektes“, erinnert sich Marit Rullmann, „den meisten angefragten Verlagen die Kombination von Kunstbildband und prosaischem Sachbuch nicht geheuer.“ Auch die Finanzierung machte den beiden Initiatorinnen anfangs Probleme, bis die Malerin die Hürde mit einem Crowdfunding-Aufruf und einigen Sponsoren überwand.

Ein gut ausgestattetes Buch, das dazu beiträgt, die Lebensleistungen großer Frauen im kulturellen Gedächtnis wachzurufen und zu verankern.

Marit Rullmann und Irene Trawöger sprachen sich übrigens in den letzten Jahren ausschließlich per E-Mail und Telefon ab. Nach dem ersten persönlichen Kennenlernen in Gelsenkirchen treffen sich beide nun das nächste Mal in Wien für eine gemeinsame Lesung.

Das 210 Seiten starke Buch „Welt Weise Frauen“ ist im März 2016 im Christel Göttert Verlag in Rüsselsheim erschienen und kostet 29,95 Euro.


Der Band hat die ISBN: 978-3-939623-64-9. Das Buch enthält Porträts von 22 Philosophinnen und 22 farbige Gemälde.


Neun Autorinnen trugen ihre Texte bei. Einen einleitenden Essay schrieb Bettina Schmitz.