Gelsenkirchen

Neuer VRR-Chef verzweifelt am Tarif-Wahnsinn in NRW – und kündigt eine Revolution an

Bahn-Reisende verlieren im Tarifdschungel von VRR, VRS und Co. regelmäßig den Überblick. (Symbolbild)
Bahn-Reisende verlieren im Tarifdschungel von VRR, VRS und Co. regelmäßig den Überblick. (Symbolbild)
Foto: Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen. VRR, VRS, AVV und Westfalen-Tarif. Wer bei den vier unterschiedlichen Tarifgebieten des öffentlichen Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen den Überblick behalten will, braucht beinahe einen Doktor-Titel.

Selbst der neue VRR-Chef Ronald Lünser hat im Interview mit der „Rheinischen Post“ zugegeben: „Selbst mir fällt es schwer, die Vielzahl der Tarife zu durchschauen.“ Nach rund drei Monaten Amtszeit fordert er eine Vereinfachung für Bus- und Bahnreisende in NRW und kündigt ein gewaltiges neues Streckennetz an.

VRR-Chef verrät: RRX war nur der Anfang

Aus Sicht von Ronald Lünser sei die Struktur der Verkehrsverbünde grundsätzlich nicht das Problem. Doch aus Sicht der Kunden sei der Tarif-Dschungel eine Hürde. Deshalb sei eine vereinfachtes Tarifangebot notwendig, dass aber auch die Leistung des Nahverkehrs in NRW abbilde.

Damit spielt der neue VRR-Chef auf die immensen Investitionen an, die derzeit vor allem in die Schienen in NRW fließen. Der Ausbau für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) zur Entlastung der Kernstrecke Dortmund-Köln sei da nur der Anfang des „Jahrzehnts der Baustellen“, sagte Lünser gegenüber der Zeitung.

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Historische Entscheidung im NRW-Nahverkehr

Auf das RRX-Großprojekt und den Umbau des Knotens Köln folge eine Art Revolution in NRW: Das Niederrhein-Münsterlandnetz.

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„Die Nord-Süd-Verbindung wurde immer etwas stiefmütterlicher behandelt. Das merkt man daran, dass zwei wichtige Oberzentren wie Dortmund und Münster nur eingleisig miteinander verbunden sind“, erklärt Lünser im Gespräch mit der „Rheinischen Post“.

Das soll mit der Ausschreibung des neuen Netzes ein Ende haben.

Millionen neue Zugkilometer mit alternativen Antrieben

Der Plan hat enorme Ausmaße: Die Rede ist von einem Netz mit 12 bis 15 Millionen Zugkilometern. Teile dieser Strecken sind nicht mit Oberleitungen ausgestattet.

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Die Lösung laut Lünser: alternative Antriebe. „Wir wollen Hybrid-Fahrzeuge einsetzen: Mit Batterie und Oberleitungsnutzung“, kündigt der VRR-Chef an. Das Niederrhein-Münsterlandnetz soll laut Plan dann in sechs bis sieben Jahren an den Start gehen.

 
 

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