Gelsenkirchen

Mysteriöses massenhaftes Hummelsterben in Gelsenkirchen – warum verenden gerade so viele Tiere?

Tote Hummeln sind derzeit keine Seltenheit.
Tote Hummeln sind derzeit keine Seltenheit.
Foto: imago

Gelsenkirchen. Es ist jedes Jahr aufs Neue ein Mysterium. Ob im Wald, im Park oder im heimischen Garten. Unter blühenden Bäumen des Stadtgartens, wie beispielsweise den verschiedenen Lindenarten, liegen in den Hochsommermonaten immer wieder tote Hummeln. Teilweise dutzendfach.

Hummelsterben: Experten erklären das Phänomen

Doch woran liegt das?

Experte Jürgen Börner beschäftigt sich schon lange mit den schwarz-gelben Insekten. Er betreibt zudem die Website www.hummelfreund.com.

Auf der Seite hat er seine eigenen Erfahrungen und das Wissen aus verschiedensten Hummel-Publikationen zusammengetragen. Dort lässt sich das Mysterium aufklären.

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So sind nicht etwa die Linden-Bäume giftig für die Insekten. Vielmehr ist die Hitze das Problem. So schreibt Peter-Frank Röseler in seinem Werk „Der Hummelgarten - Lebensraum und Biologie der Hummeln“: „Bei langer Trockenheit herrscht arger Nektarmangel. Viele Hummeln, hauptsächlich Erdhummeln, fliegen im Juni mit letzter Kraft zu blühenden, duftenden Sommer- und Winterlinden oder im Juli zu der später blühenden Silberlinde.

In manchen besonders trockenen Sommern liefern allerdings auch diese keinen Nektar mehr. Dann sterben die erschöpften Hummeln massenhaft, verhungert unter den reich blühenden Lindenbäumen, deren Blüten die einzigen vielversprechenden Trachtquellen waren, die zu dieser Zeit reichlich Nektar erwarten ließen. Denn Wiesen und Raine sind inzwischen gemäht, und die Hummelvölker benötigen gerade jetzt besonders viel Energie, weil sie herangewachsen sind und viele Mäuler gestopft werden müssen.“

Zudem sind die Hummeln auch nicht die einzigen Nektar-Sucher, die auf die Idee kommen, die Linden anzufliegen. Sie stehen in harter Konkurrenz zu beispielsweise Bienen.

Doch wie können wir den putzigen Wesen helfen?

Das beschreiben Günter Witte und Juliane Seger in ihrem Buch „Hummeln brauchen blühendes Land“: „Blühende Lindenbäume von Juni bis Anfang August, sollten in trockenen Sommern mit viel Wasser versorgt werden, damit sie Nektar in großen Mengen liefern können! Das ist nötig geworden, seit Linden nicht mehr auf feuchten Waldböden stehen (wo sie eigentlich zu Hause sind), sondern fast nur noch in Siedlungsnähe. Da liegt der Grundwasserspiegel meist zu tief und für die Wurzeln der Bäume nicht mehr erreichbar.“

Idee für den Garten oder den Balkon

Also viel gießen und im heimischen Garten reichlich blühende Gewächse pflanzen. Dann können auch die Hummeln überleben.

Eine gute Idee hatte auch die Facebook-Seite „Bienenretter“: Sie bauten eine Hummeltränke. Ein Teil Zucker in zwei Teilen lauwarmen Wasser auflösen. Wenn man die Tränke dann im Garten oder auf dem Balkon aufstellt, können die Tierchen dort wieder Kraft tanken.

 
 

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